Zeitreisen mit offenem Ziel

Ausstellung "Zeit-Passagen" mit Arbeiten von Gerold Oltrogge beginnt am Freitag (8. März) im Rathaus

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Persönliche künstlerische Handschrift ja, eindeutig zuzuordnender künstlerischer Duktus nein: So wenig festgelegt, sondern stattdessen offen für neue Erfahrungen und Eindrücke präsentieren sich die Malereien und Zeichnungen von Gerold Oltrogge. Beginnend mit der Vernissage am Freitag (8. März), sind sie demnächst im Wallenhorster Rathaus zu sehen.
Der Fürstenauer gehört nicht zu denen, die ihre sogenannte künstlerische Linie schon gefunden haben. Vielleicht sucht er auch gar nicht mehr danach, sondern bewahrt sich lieber die Offenheit für aktuelle Eindrücke. So kann dann auch schon mal ein profanes Ereignis wie die Bundestagswahl 2009 zum künstlerischen Sujet werden.

Gemeinsam ist seinen Arbeiten indes ein Effekt, den Chau Tran aus Süd-Vietnam, bei dem Oltrogge lernte, beschrieb: „Malerei ist in erster Linie handwerkliche gute Arbeit. Kommt Gefühl hinzu, wird es Kunst.“ Was damit gemeint ist, wird bei einigen der auf Reispapier erstellten abstrakten Werke deutlich – Realismus ist eben auch in traditioneller Tuschemalerei mit dem spitzen Pinsel möglich.

Und noch etwas kennzeichnet viele von Oltrogges Arbeiten: Anders als viele Maler verwendet der gebürtige Osnabrücker gern rote Farbe. Seine in den Bildern versteckten Andeutungen erschließen sich oft erst auf den zweiten Blick.

Geboren 1935 in Osnabrück, war Gerold Oltrogge als Exportkaufmann berufstätig. Unter anderem lebte er acht Jahre in Australien. 1987 kehrte er nach Deutschland zurück und entdeckte nach einem ersten Malurlaub 1990 im Künstlerdorf Willinghausen in der Schwalm ein fast vergessenes Talent neu.

Dieses Talent verfeinerte Oltrogge als Autodidakt, unter anderem in der Willinghauser Malerkolonie, an der Westfälischen Kunstakademie und Steffeln/Vulkaneifel und bei Chau Tran. Des Weiteren lernte er bei Paul Wessler, Katharina Engel-Amelung und als Gasthörer bei Dr. Horst Wenk an der Universität Osnabrück.

40 Exponate von Gerold Oltrogge werden in Wallenhorst unter dem Titel „Zeit-Passagen“ zu sehen sein. Überwiegend handelt es sich um Arbeiten in Aquarell, Acryl, Pastell und chinesischer Tusche auf Leinwand, Papier und Pappe.

Die Ausstellungseröffnung beginnt am Freitag (8. März) um 19 Uhr im Rathausfoyer. Die Einführung gestaltet Dr. Stefan Mendricks, die musikalische Begleitung übernimmt die Kreismusikschule Osnabrück.

Im Anschluss wird die Ausstellung bis einschließlich Freitag (3. Mai) zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen sein: montags, mittwochs und freitags von 8 bis 16 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 8 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt zur Vernissage und zur Ausstellung ist frei.