Stein des Anstoßes für Familie Brüggemann

Wallenhorst feiert das Ehrenamt mit knapp 1.000 Gästen

Ehrengast Joey Kelly, Grußwortsprecherin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl, Bürgermeister Otto Steinkamp, die Preisträger Martin, Elisabeth und Reinhard Brüggemann, Moderator Ludger Abeln und Laudatorin Ulrike Gärtner (von links).
Ehrengast Joey Kelly, Grußwortsprecherin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl, Bürgermeister Otto Steinkamp, die Preisträger Martin, Elisabeth und Reinhard Brüggemann, Moderator Ludger Abeln und Laudatorin Ulrike Gärtner (von links).

Unter dem Motto „Familien in Wallenhorst – Ehrenamt ist Ehrensache“ feierte die Gemeinde Wallenhorst am Freitag (8. November) ihre jährliche Ehrenamtsgala, den „Tag des Anstoßes“. Entsprechend mit dem „Stein des Anstoßes“ ausgezeichnet wurde dabei mehr als nur eine Person, nämlich eine Familie: Elisabeth und Reinhard sowie Martin Brüggemann.

Die Preisträger seien unter anderem in der Kirchengemeinde St. Alexander sehr aktiv, erläuterte Ulrike Gärtner in ihrer Laudatio. Zu den Ehrenämtern gehörten Tätigkeiten im Kirchenvorstand, in der Eine-Welt-Gruppe, als Kommunionhelfer, im Vorstand der Kolpingsfamilie und in der Jugendarbeit. Des Weiteren kämen noch Engagements beim Walking Bus der Katharinaschule und beim Getreideverkauf in der Windmühle Lechtingen hinzu. Ausschlaggebend sei für die Jury aber gewesen, dass Familie Brüggemann auch über den Tellerrand hinausschaue und gemeinsam in der PALEX-Gruppe mitwirke, die eine Partnerschaft zwischen der St. Alexandergemeinde und der St. Pauls Catholic Parish in Kumi (Uganda) aufgebaut hat und unterhält. „Das hat uns sehr beeindruckt“, so Gärtner.

Ehrliche Wertschätzung

Die Preisverleihung fand wie gewohnt im großen Rahmen statt. Knapp 1.000 Gäste waren in die Haselandhalle gekommen, um bei freiem Eintritt ein unterhaltsames Showprogramm nebst anschließendem Imbiss zu genießen. „Diese Veranstaltung ist eine ehrliche Wertschätzung gegenüber den ehrenamtlich Aktiven“, hob Bürgermeister Otto Steinkamp hervor. Auch Moderator Ludger Abeln, der sympathisch und gekonnt durch den Abend führte, bestätigte: „Ich habe schon einige Veranstaltungen moderiert, aber es waren längst nicht alle so hochkarätig besetzt wie diese.“

Ehrengäste Joey Kelly und Susanne Menzel-Riedl

Für die „hochkarätige Besetzung“ sorgten neben den Preisträgern und Showacts vor allem die Ehrengäste: Musiker und Extremsportler Joey Kelly sowie die Präsidentin der Universität Osnabrück Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl. Letztere zeigte sich „beeindruckt von dem, was Sie hier auf die Beine stellen“. Dass sie für den Abend zugesagt habe, sei vor allem dem aus Melle stammenden Vizepräsidenten der Uni zu verdanken. Er habe ihr gesagt: „Da musst du hin. Die machen da ein riesen Ding.“ Menzel-Riedl berichtete den Gästen, dass es auch unter den Studierenden viele geben würde, die sich ehrenamtlich engagieren. Beispielhaft nannte sie die kostenlose Rechtsberatung der Jurastudenten für Flüchtlinge und die Aktion „Balu und Du“, die sich für Kinder einsetze, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen würden. „Balu und Du“ sei in Osnabrück entstanden und heute bundesweit an zahlreichen Standorten aktiv. Sie selbst habe heute leider keine Zeit mehr für ein Ehrenamt, außer denen, die sie von Amts wegen ausübe, so Menzel-Riedl. Mit der Familie – sie ist Mutter von zwei Kindern – ließe sich ihr neuer Job aber vereinbaren, wie sie sagte. „Ich habe den richtigen Mann geheiratet. Nächste Woche sind wir 20 Jahre zusammen.“ Die Familie ist ihr wichtig: „Wenn meine Familie streikt, ist Feierabend. Gott sei Dank ist das bisher nicht passiert.“

Joey Kelly sprach ebenfalls offen, ehrlich und persönlich über seine Familie und ehrenamtliches Engagement. Mit seinen Geschwistern, der legendären Kelly Family, verbringe er nach wie vor viel Zeit. Aktuell seien sie wieder auf Tour. „Wir sind eine Familie und gleichzeitig eine Band.“ Früher hätten sie – die Eltern und zwölf Geschwister – im Bus gelebt. „Wir hatten nichts, waren finanziell immer am Limit. Aber wir waren als Familie ein unschlagbares Team“, berichtete er rückblickend. Mit dem Album „Over The Hump“ sei vor 25 Jahren der Erfolg gekommen. Für sie als Familie sei es dadurch jedoch nicht einfacher geworden. „Erfolg ist für eine Familie sehr gefährlich“, erklärte Kelly. Mit dem Motto der Kelly Family „Mehr geben als nehmen“ hätten sie es aber geschafft. „Man muss als Familie zusammenhalten. Familie hat man nur einmal im Leben.“ Ehrenamtlich engagiere er sich selbstverständlich. „Es gehört sich einfach“, so Kelly. Wenn man in der Öffentlichkeit arbeite, sei es einfacher, beispielsweise Geld für den guten Zweck zu sammeln. Aber auch ganz persönlich sei er ehrenamtlich aktiv – von Sportprojekten mit Kindern oder im Justizvollzug bis zur Mitarbeit in der Bürgerstiftung seines Wohnortes. „Wenn du gibst, bekommst du umso mehr zurück.“

Showprogramm

Eingebettet wurden auch dieses Jahr die Redebeiträge und Gesprächsrunden von einem attraktiven und abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm. Von Osnabrück aus mit ihrem Kutter über den Stichkanal angereist waren die „Fischergirls Friends“. Sie präsentierten „Seemannslieder – aber anders“. A Cappella und auf ihre ganz eigene Art und Weise interpretiert sowie gewürzt mit feinem Humor und Lokalkolorit. „The Art Act & tAp dAncer“ der Tanzschule Kerstin Albrecht sowie die Tanztalente Luca, Amelie und Salome sorgten nicht nur dafür, dass es laut wurde in der Haselandhalle. Sie präsentierten mit ihren aktuellen Meisterschaftsprogrammen auch Stepptanz vom Feinsten. Last but not least sorgte die Brockhouse Big Band wieder mit ihrem kraftvollen Sound für gute Unterhaltung.

2020 steht die Natur im Fokus

Zum Abschluss des Abends präsentierte Ludger Abeln das Thema zum Tag des Anstoßes 2020. Es lautet „Natur bewahren – Wallenhorst macht mit“. Die Ehrenamtsgala findet dann am Freitag (6. November) statt. Wer zum Thema passende Vorschläge für eine Preisträgerin oder einen Preisträger hat, darf sich gerne schon im Rathaus melden.