Wo und wie Senioren zu Hause sind

Ausstellung zum Wohnen im Alter im Rathaus eröffnet / Teil der Wallenhorster Seniorentage

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Wer morgen seinen individuellen Bedürfnissen und Wünschen entsprechend wohnen will, sollte das schon heute planen. Dies war die Kernaussage der Fachleute, als am Montag (8. Mai) die Ausstellung „Wohnen im Alter – barrierefrei und bequem“ eröffnet wurde. Sie ist Teil der Wallenhorster Seniorentage, die der Seniorenbeirat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde im Mai gestaltet.
Zur Ausstellungseröffnung begrüßten Gertrud Harms als Vorsitzende des Seniorenbeirats und Bürgermeister Ulrich Belde rund 40 Interessierte. Diese führte der Bürgermeister direkt in das Thema und die Aussagen der vom Landkreis Osnabrück erarbeiteten Wanderausstellung ein, indem er das Bedürfnis nach einem echten Zuhause als ureigenes menschliches Bedürfnis beschrieb. Insofern wünschten sich auch ältere Menschen ein Zuhause, „in dem sie sich sowohl sicher und wohlfühlen wie auch entfalten können.“ Allerdings seien für diese Generation oft andere Voraussetzungen zu erfüllen, damit sie im Zuhause tatsächlich „zu Hause“ sei.

Welche Voraussetzungen das konkret sind, ist in der Ausstellung anschaulich auf mehreren Stellwänden dargestellt. Den Eröffnungsbesuchern vermittelte darüber hinaus Peter Klösener von der Katholischen Landvolkhochschule (KLVHS) Oesede einen Eindruck von Wohnbereichen, in denen man sich auf das Älterwerden vorbereiten sollte.

Handlungsmöglichkeiten gebe es demnach in Form von barrierefreien Umbauten ebenso wie durch Nutzung von Pflegedienstleistungen oder von Service in Haus und Garten. Lohnenswert könne es ebenfalls sein, rechtzeitig über alternative Wohnformen zum Beispiel in einer Wohngemeinschaft nachzudenken. Auch energetische Sanierungen könnten das Altwerden in den eigenen vier Wänden fördern.

Angesichts dieser Fülle an Themen und der damit verbundenen Fakten stellte Klösener das Angebot der ehrenamtlichen Wohnberater vor, die die KLVHS ausgebildet hat. Sie hätten zu allen Themenbereichen Ideen, kennten Fachleute, berieten neutral und auf Wunsch vor Ort. „Nehmen Sie diese Kümmerer ruhig in Anspruch!“ empfahl Klösener und wies darauf hin, dass mit Dr. Dietrich Dähn auch in der Gemeinde Wallenhorst ein ehrenamtlicher Wohnberater als Ansprechpartner zur Verfügung stehe.

Zum rechtzeitigen Handeln ermunterte auch Dr. Dirk Heuwinkel vom Landkreis Osnabrück. Er betonte, der demographische Wandel reiche weit über das Thema Wohnen hinaus. Die Menschen würden älter und blieben zugleich fitter. Trotzdem verdrängten aber viele Jüngere diese Lebensphase noch zu oft. „Viel schöner wäre es, das neue Lebensgefühl der Älteren, die heute mitten im Leben stehen, in die Gesellschaft zu tragen“, wünschte sich Dr. Heuwinkel.

Es lohne sich umso mehr, das Alter zu planen, als dieses statistisch betrachtet heute wesentlich länger dauere und zugleich wegen des verbesserten Gesundheitszustandes mehr Gestaltungsmöglichkeiten biete. Mit der Planung könne man ruhig schon ab einem Alter von Anfang bis Mitte 60 beginnen. Neben einer passenden Wohnumgebung sei es für die Lebensqualität wertvoll, Kontakte zu pflegen und gegebenenfalls Hilfsdienstleistungen zu nutzen.

Auch die Kommunen seien gefragt, Möglichkeiten des altersgerechten Wohnen zu schaffen, so Dr. Heuwinkel. Die Gemeinde Wallenhorst will genau das tun, deshalb ermittelt die Verwaltung derzeit mit einer Fragebogenaktion Bedarf und Bedürfnisse. Die Fragebögen sind auch in der Ausstellung erhältlich.

Die Inhalte der Ausstellung – die auch anhand von Steckbriefen von Menschen verschiedener Generationen die Notwendigkeit, sich frühzeitig aufs Alter vorzubereiten, augenfällig macht – erläuterte anschließend Andreas Stallkamp, ebenfalls vom Landkreis. Und um auch hier das Gefühl von Zuhause und Heimat zu haben, übersetzte Hubert Schawe, Mitglied des Seniorenbeirats, die Ausführungen ins Plattdeutsche.

Musikalisch wurde die Ausstellungseröffnung von der Big Band der Angelaschule Osnabrück unter Leitung von Ekkehard Sauer begleitet. Ergänzende Informationen konnten sich die Besucher vor dem Rathaus holen, wo das Infomobil des Landkreises stand.

Die Ausstellung wird noch bis Freitag (25. Mai) zu den Öffnungszeiten des Rathauses – montags, mittwochs und freitags von 8 bis 16 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 8 bis 17.30 Uhr – zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.