Warum Kinder plötzlich auch Weintrauben mögen

Eltern engagieren sich für gesundes Frühstück im Kindergarten St. Stephanus

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"Wo Kinder, da Zukunft": Der Jahresthema zum "Tag des Anstoßes" 2011 bringt es auf den Punkt. In Wallenhorst sollen die Kleinen ganz groß rauskommen. In vielen örtlichen Vereinen, Institutionen oder Gruppen tun sie das auch, dank großen ehrenamtlichen Engagements.

Diesem Engagement wendet sich der diesjährige "Tag des Anstoßes" zu. Er will Menschen und Initiativen zeigen, die sich in freiwilliger Arbeit für Kinder stark machen, ebenso aber möglicherweise auch Kinder, die sich für sich selbst und für andere einsetzen. Denn sie alle bauen, wie es das Jahresthema sagt, mit an Wallenhorsts Zukunft. Als Höhepunkt wird bei der Abendveranstaltung im November eine Person oder Gruppe, die sich ehrenamtlich besonders für das Jahresthema stark macht, mit dem „Stein des Anstoßes“ 2011 geehrt werden.

Der aktuelle Bericht schildert, wie sich Eltern ehrenamtlich für die gesunde Ernährung aller Kindergartenkinder einsetzen. Wer einen Themenvorschlag für die weitere Berichterstattung hat, kann sich an Anke Rehling von der Gemeinde Wallenhorst wenden. Ansprechpartner für alle, die einen Preisträger vorschlagen wollen, ist Rüdiger Mittmann.



Mit einem gesunden Frühstück fängt der Tag gut an. Dass das auch im Kindergarten St. Stephanus im Wallenhorster Ortsteil Hollage so ist, dafür sorgen seit Jahren an einem Freitag pro Monat engagierte Eltern.

An diesem Freitag (25. Februar) kümmern sich Klara Hagemann, Iris Keck, Petra Lanwert und Petra Wulf ehrenamtlich um das Frühstücksbüfett. Gemeinsam bereiten sie Obst, Gemüse, dunkles Brot, Milch und Schwarzbrothäppchen vor und richten alles appetitlich an – schließlich isst auch bei kleinen Menschen das Auge mit! Außerdem gibt es wie jedes Mal eine Überraschung, für die jeweils eine andere Gruppe verantwortlich ist und die oft saisonal ausgewählt wird. Diesmal stehen selbstgemachte Brötchen und selbstgemachtes Popcorn als leckeres Extra auf dem Speiseplan.

Allerdings haben die Mütter bereits die Erfahrung gemacht, dass die Kinder gar nicht auf die portionsweise angerichteten Extras losstürmen, sondern sich zuerst bei den gesunden Speisen bedienen. Kein Wunder: In Gemeinschaft, davon sind die Frauen überzeugt, probieren die Kleinen eher mal etwas Neues aus, auch Obst- und Gemüsesorten, die sie noch nicht kennen.

Oft halten die neu entdeckten Leckereien auf Wunsch der Kinder dann auch in die heimische Küche Einzug. So hörte Petra Lanwert erst kürzlich ein fröhliches „Mama, ich mag jetzt auch Weintrauben!“ von ihrem Sohn.

Auch die Kleinsten aus der Krippengruppe greifen am Büfett eifrig zu. Das ist ganz im Sinne von Kindergartenleiterin Angelika Uhlen, die sich über das Engagement der Mütter sehr freut. Für sie ist dies ein wichtiger Baustein des Projekts „Gesundheit und Bewegung“, das Kindergartenteam und Eltern gemeinsam umsetzen.

Dazu gehören auch die Getränkestation mit Wasser und Tees sowie der „magische Teller“, ein von den Eltern gesponserter Obst- und Gemüseteller, der für alle Kinder zugänglich ist und immer wieder frisch aufgefüllt wird. „Die Kinder sollen alles Gesunde ausprobieren und Geschmack daran finden“, erklärt Angelika Uhlen. Und weil ein „gesund ernährter Körper auch Bewegung braucht“, hat der Kindergarten zudem seine Bewegungsangebote ausgebaut.

Zusätzlich erfahren die insgesamt 80 Kinder der Einrichtung das Thema gesunde Ernährung auch motorisch durch Spiellieder, Sprechverse und Spiele im Stuhlkreis („Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir die Tomate herbei...!“) und kognitiv, indem sie etwas über Lebensmittel lernen und erzählen. Denn: „Durch vielschichtiges Erfahren haftet das Wissen besser“, sagt Angelika Uhlen.

So wird nicht zuletzt durch ehrenamtliche Mitarbeit erreicht, was die Mütter als wichtigstes Ziel ihres Engagements betrachten: Schon die Kleinsten sollen wie selbstverständlich erfahren, wie gesunde Ernährung aussieht.