Warum die Marionetten tanzen

Gemeinschaftsausstellung von Siegfried Kornacki und Wolfgang Meluhn kommt nach Wallenhorst / Vernissage am Freitag (1. Juni)

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Marionetten hängen an fast unsichtbaren Fäden. Zwar bewegen sie sich, doch nicht in eigener Verantwortung und Freiheit. Wer oder was sie steuert, bleibt unklar. Hatten die Künstler Wolfgang Meluhn und Siegfried Kornacki dies im Kopf, als sie ihrer gemeinsamen Ausstellung den Namen „Marionette“ gaben? In jedem Fall wollen Beide mit ihren Bildern und Skulpturen einen kritischen Bezug zur Gesellschaft herstellen, ab Freitag (1. Juni) auch im Wallenhorster Rathaus. Um 19 Uhr wird die Ausstellung im dortigen Foyer eröffnet werden und bis zum 3. August zu sehen sein.
Siegfried Kornacki ist für Wallenhorster Kunstfreunde kein Unbekannter. Schon 2010 stellte der Bramscher im Rathaus aus. Der Mensch, Augenblicke und sozialkritische Momente sind seine zentralen Themen. „Ich habe in meinen Bildern meine eigenen Fantasien und Gefühle mitspielen lassen, ich möchte, dass der Betrachter seine eigenen Fantasien dort sucht und findet, um so seine Gefühle und Fantasien frei zu geben“, beschreibt Kornacki. Hier sehe er die Zusammenklänge zwischen Realem und Abstraktem.

Der frühere Unternehmensberater widmet sich seit seiner Pensionierung 2006 intensiv der Malerei. Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Kunst vermittelte ihm die Teilnahme an der Internationalen Sommerakademie in Dresden, die er später noch mehrfach besuchte, weitere Inspiration. Parallel verfeinerte er seine künstlerische Qualität in Ausdruck und Technik.

Wolfgang Meluhn erlebten die Wallenhorster zuletzt, als er die Einführung in Kornackis Ausstellung vor zwei Jahren gestaltete. Nun zeigen die befreundeten Künstler ihre Skulpturen und Bilder – nach zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, unter anderem in Dresden, Görlitz, Großröhrsdorf und den Baltischen Ländern – erstmals gemeinsam. Darauf bereiteten sie sich zusammen mit Dresdner Künstlern im Offenen Atelier in Dresden vor.

Die Bilder von Wolfgang Meluhn sind durch Leichtigkeit und Abstraktion gekennzeichnet. Sie erfordern eine extreme Einbeziehung des Betrachters.

Als Maler – so beschreibt ihn der Kunstsammler Dr. Harald Ecksch – kommt Meluhn auf den Punkt, Unwichtiges lasse er weg und lasse zugleich genug über, das der Betrachter erst „auf den zweiten Blick“ erkenne. Markant sei sein gestischer, oft geradezu lebendiger Farbstil. Seine Werke glichen nicht selten dramatischen Inszenierungen. Dabei sei immer wieder Humor wichtig: Es dürfe gelacht werden, wenn das Lachen auch mal im Halse stecken bleibe.

Wie Kornacki ist auch Meluhn 1947 geboren. Im Unterschied zu ihm aber prägte die Kunst von Anfang an das berufliche Leben des Dozenten für experimentelle Fotografie, Reiseschriftstellers und Philosophen, wenn auch die konkreten Tätigkeiten wechselten. So arbeitete er nach einem Studium der Kunsterziehung unter anderem als Kunstlehrer, unternahm Weltreisen unter künstlerischen Aspekten und begleitete Schiffsüberführungen über den Atlantik.

Die Eröffnung der Wallenhorster Ausstellung wird der auch aus dem Fernsehen bekannte Comedian und Conferencier Robert Woitas mit einem literarischen Kabarett gestalten. Für die musikalische Begleitung hat Siegfried Kornacki die Ballettschule Charles S. Watkins gewonnen. Deren Schüler werden mit einer eigens einstudierten Choreografie die Marionetten „zum Leben erwecken“.

Für alle Kunstinteressierten gibt es also Gründe genug, die Ausstellungseröffnung am Freitag (1. Juni) um 19 Uhr zu besuchen. Danach wird „Marionette“ bis einschließlich Freitag (3. August) zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen sein: montags, mittwochs und freitags von 8 bis 16 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr. Der Eintritt zur Ausstellung und zur Vernissage ist frei.