"Voller Hof" beim Festival gegen die A33-Nord

Großes Interesse und viel Publikum auf Reiterhof in Belm Icker

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An den Erfolg des Vorjahres knüpfte das zweite Festival gegen die A33-Nord an. Gut 4.000 Besucher waren am Samstag (14. August) zwischen 15 und 24 Uhr auf den Reiterhof Niederrielage am Power Weg in Belm-Icker gekommen, um mit „Kultur und Tanz“ gegen den Bau der A33-Nord zu protestieren.

Die Veranstalter - die Osnabrücker Umweltverbände, die Bürgervereine von Wallenhorst und Icker, die Arbeitsgemeinschaft „Besseres Verkehrskonzept” und die Gemeinde Wallenhorst - hatten ein abwechslungsreiches Programm für Kinder und Erwachsene aufgeboten. Für die Kleinen gab es Hüpfburg, Karussell, Ponyreiten und Schminken sowie das Umweltmobil des Naturkundemuseums, das auch einige Erwachsene besuchten. Auf die erwachsenen Besucher, die unter anderem auch aus Vehrte und den Osnabrücker Stadtteilen Widukindland, Schinkel und Haste kamen, warteten  neben Musik, Tanz, Getränken und Speisen (über 80 gespendete Kuchen und Torten) auch viele Informationen.

Ein Anziehungspunkt war das große Luftbild mit dem geplanten Trassenverlauf am Infostand der Gemeinde Wallenhorst. Viele Besucher zeigten sich erstaunt über den geplanten Verlauf der A33-Nord, der ihnen bisher “so konkret nicht bewusst” war. Diese detaillierten Informationen hätten sie heute zum ersten Mal erhalten, äußerten zahlreiche Betrachter. Im Belmer Rathaus würden keine Pläne zur geplanten Trasse aushängen.

Udo Stangier, Umweltbeauftragter der Gemeinde Wallenhorst, ermunterte die Bürger, sich bei Bedarf im Wallenhorster Rathaus weitere Informationen zu holen. Auf viele Anfragen hin erklärte er außerdem, dass die Straßenprojekte A33-Nord und “B51 neu” nicht miteinander gekoppelt seien. Die Belmer Ortsumgehung B51 n könne auch ohne Zustimmung zur A33 gebaut werden.

Viele erstaunte Betrachter versammelten sich vor dem Video des Ruller Hobbyfotografen Gerd Hohoff. Er hatte eine Autofahrt durch Belm, Icker und Rulle-Ost aufgenommen und in die entsprechenden Szenen die A33-Nord und deren Bauwerke hineinkopiert. So konnte man sich deren Lage und Größe besser vorstellen. An der Zufahrt zum Hof Niederrielage hatten die Veranstalter die geplante Trasse mit Luftballons und Flatterband ausgesteckt, um die Breite des Autobahndammes von 53 Metern Breite zu zeigen. Die Höhe der Trasse wurde durch einen Anhänger, den ein Gabelstabler auf sieben Meter Höhe geliftet hatte, dargestellt.

Den Befürwortern der Maßnahme gehe es vor allem um die Erschließung neuer Industrie- und Gewerbegebiete, sagte Rainer Comfere in seiner Begrüßungsrede. Dafür nähmen sie hohe Kosten sowie die Zerstörung der Umwelt und bäuerlicher Existenzen billigend in Kauf, so der Sprecher des Umweltforums Osnabrücker Land. Aber da das Planfeststellungsverfahren noch nicht eröffnet sei, könne man noch alles tun, um eine neue Autobahn zu verhindern, appellierte Comfere zusammen mit Bernd Langewand vom Bürgerverein Icker an die Gäste. Natürlich sei es wichtig, politischen Druck auszuüben. Gleichzeitig warben sie aber auch für die finanziellen Unterstützung der Autobahngegner, damit man sich mit juristischen Mitteln zur Wehr setzen könne, falls es doch zu einem Planfeststellungsbeschluss komme.

In seiner Ansprache zeigte sich auch Wallenhorsts Bürgermeister Ulrich Belde hoffnungsvoll, dass die A33-Nord durch eine Klage vor Gericht noch abgewendet werden könne. Für ein derartiges Klageverfahren müsse man jedoch mit Gutachten und Geld gut aufgestellt sein, betonte Belde und warb damit für die Unterstützung des Klagefonds.

Auch der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Belm, Heinz Hempen, der für den verhinderten Bürgermeister Bernhard Wellmann gekommen war, sprach sich gegen die Autobahn aus. Ein großes Lob richtete er an die Organisatoren der Veranstaltung. Ein Fest wie dieses mit derart vielfältigen und interessanten Aktionen auf die Beine zu stellen, erfordere besonderes Engagement. Im Anschluss gingen Belde und Hempen zusammen mit Vertretern des Belmer Rates auf dem Hof mit der Sammelbüchse umher und warben erfolgreich um Spenden für den Klagefonds.