Über den Dächern Wallenhorsts: Mauersegler ziehen Nachwuchs groß

22 Jungvögel unter dem Rathausdach gezählt

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Sie kreisen von Mai bis August um den Kirchturm von St. Alexander und jagen im Wallenhorster Luftraum nach Insekten – die Mauersegler, die unter dem Dach des Rathauses nisten und ihren Nachwuchs aufziehen. Diplom-Biologe Axel Degen und Wallenhorsts Umweltbeauftragte Isabella Markfort zählten in diesem Jahr 22 Jungtiere. Zudem wurde ein Alttier beringt.

Die Nistkästen hängen seit 2005 unter dem Dach des Wallenhorster Rathauses. 2010 nutzten die ersten Mauersegler sie zur Brut. Wie die Wiederfänge in diesem Jahr beweisen, kommen inzwischen Jungvögel, die am Rathaus ausgebrütet wurden, als Altvögel zurück, um ihrerseits hier Junge groß zu ziehen. Seit 2011 werden die Tiere jährlich beringt, um ihre Brutplatztreue und das Ansiedlungsverhalten besser zu verstehen. In diesem Jahr waren, wie 2025, erneut neun Kästen besetzt. 

Nistkästen als Alternative zu Hohlräumen

Mauersegler kommen erst Ende April bis Anfang Mai aus dem afrikanischen Winterquartier zu uns und bleiben nur gut drei Monate zur Aufzucht ihrer Jungen. Anfang August fliegen sie schon wieder Richtung Süden. Mauersegler sind überaus angepasst an das Leben in der Luft und verbringen, außer in der Brutzeit, den Großteil ihres Lebens dort. Sie schlafen sogar im Fliegen. In großer Höhe jagen sie mit weit geöffnetem Schnabel Insekten. Leider werden Nistmöglichkeiten für Mauersegler, die ursprünglich Felsbrüter waren, immer seltener. Heutzutage brüten sie in der Regel in Hohlräumen an mehrgeschossigen Gebäuden. Diese Hohlräume werden bei Sanierungen oft entfernt. Eine Alternative sind Nistkästen. Diese sollten in mehr als fünf Meter Höhe mit freiem Anflug an höheren Gebäuden hängen, wie beispielsweise am Rathaus.

Vogelfunde mit Ringen melden

Sollten Wallenhorster Bürgerinnen und Bürger einen beringten Vogel finden, sollte dieser unbedingt gemeldet werden. Leider werden die meisten beringten Vögel tot gefunden. Z. B. als Anflugopfer an Fensterscheiben o. ä. Anhand des Ringes kann nachvollzogen werden, wann der Vogel wo beringt wurde und wie alt er ist. Durch Meldungen toter Vögel kann so unter anderem nachvollzogen werden, wie standorttreu sie sind und wie ihre Zugrouten verlaufen und leisten so teilweise einen wichtigen Beitrag zur Forschung.

Unter https://ifv-vogelwarte.de/markierungszentrale/ring-gefunden können Wildvögel mit Ringen gemeldet werden. Anschließend bekommen Finder und Beringer einen Wiederfundbogen zugeschickt.

Bei Fragen steht die Umweltbeauftragte der Gemeinde, Isabella Markfort, gern zur Verfügung.