Politische und soziale Vorbilder

Die Straßennamen im Baugebiet "Wellmanns Hügel"

Mitteilung von

Georg Budke

G. Budke (*11. März 1900 in Hollage; + 9. Oktober 1994 in Grevenbroich) arbeitet nach dem Besuch der Volksschule bis zum Oktober 1922 zunächst als Arbeiter am Piesberg. Danach ist er in den Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerken (OKD) und anschließend als Bergmann auf einer Schachtanlage in Essen be­schäftigt. Nach Fortbildungskursen ist er ab 1922 Jugendsekretär und Schriftleiter des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter, zunächst in Lünen. Dann wird er 1927 als Schriftleiter der Westdeutschen Arbei­terzeitung, dem Verbandsorgan der KAB Westdeutschlands, Nachfolger von Nikolaus Groß, mit dem er bis zu dessen Lebensende in engem Kontakt steht.

Im Jahre 1933 wird er bei der Auflösung der Gewerkschaften durch die NSDAP fristlos entlassen. Danach ist Budke auf Anordnung der Nationalsozialisten bis 1939 ohne festen Arbeitsplatz. Um den Unterhalt für seine Frau und den sechs Kindern zu  verdienen, arbeitet er als Vertreter auf Provision. 1939 wird er schließlich in die Wehrmacht einberufen.

War Budke von 1922 bis 1933 bereits Mitglied der Zentrumspartei, schließt er sich 1945 der CDU an. Er engagiert sich ab 1945 als Kreisvorsitzender der CDU Bottrop und Mitglied der Industriegewerkschaft Berg­ bau. Ab 1947 ist er Ratsmitglied der Stadt Bottrop und bis 1950 CDU-Fraktionsvorsitzender. Von 1950 bis 1952 ist er  Bürgermeister in Bottrop sowie von 1950 bis 1958 stellvertretender Vorsitzender der CDU­ Landtagsfraktion. Ab 1952 ist er Arbeitsdirektor beim Braunkohlekraftwerk in Neurath bei Grevenbroich. Budke ist Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und des päpstlichen Ordens „Pro ecelesia et pontifice". (Quelle: de.wikipedia.org und Recherchen eines KAB-Mitglieds)

 

Marcel Callo

M.  Callo (* 6. Dezember 1921 in Rennes/Frankreich; + 19. März 1945 in Mauthausen/Österreich) ist eines von acht Kindern einer frommen Familie. Nach dem Abschluss der höheren Grundschule absolviert er eine Lehre als Buchdrucker, außerdem ist er Ministrant und Mitglied bei den Pfadfindern, später bei der Christlichen  Arbeiter-Jugend.   Nach  der  Besetzung  Frankreichs durch  die  Deutschen  verhilft  er  vielen französischen Landsleuten, die zur Zwangsarbeit  abkommandiert waren, zur Flucht in die freie Zone des Landes. Im März 1943 erhält er von der deutschen Besatzungsmacht den Befehl zur Zwangsarbeit in Deutschland. Die Möglichkeit zu flüchten will er für sich nicht nutzen.

Er kommt ins Arbeitslager Zella-Mehlis, wo er trotz seiner stets labilen Gesundheit 10 bis 11 Stunden in einem Rüstungsunternehmen arbeiten muss. Am 19. April 1944 wird er wegen seines religiösen Einsatzes unter den Kameraden verhaftet: "Durch seine katholische und religiöse Aktion hat er sich als Schädling für die Regierung der nationalsozialistischen Partei und für das Heil des deutschen Volkes erwiesen." Er kommt erst nach Gotha ins Gefängnis, dann ins KZ Flossenbürg und im Oktober ins KZ Mauthausen. Dort stirbt er an den Folgen von Entbehrungen und Misshandlungen.

1987 wird Callo in Rom von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.  (Quelle: www.heiligenlexikon.de)

 

Nikolaus Groß

N. Groß (* 30. September 1898 in Niederwenigern, heute Hattingen; + 23. Januar 1945 in Berlin) ist zuerst - wie sein Vater - Bergmann. Er erweitert in Abendkursen des Volksvereins für das katholische Deutschland sein Wissen. 1920 gibt er den Bergmannsberuf  auf und wird Jugendsekretär  beim Gewerkverein Christli­cher Bergarbeiter in Oberhausen. 1921/1922 ist er Hilfsredakteur bei der Verbandszeitung, anschließend Gewerkschaftssekretär in Waldenburg/Niederschlesien, dann in Zwickau/Sachsen und abschließend in Bottrop. Anfang 1927 wird er Redakteur und bald darauf Hauptschriftleiter der Westdeutschen Arbeiterzei­tung, die sich durch einen NS-kritischen Kurs auszeichnet. Nach den Märzwahlen 1933 wird die Zeitung für drei Wochen verboten. Zum Jahreswechsel 1935 in Kettelerwacht umbenannt, wird sie am 19. November 1938 endgültig verboten. Nikolaus Groß übernimmt nun die Verbandsleitung der KAB Düsseldorf, dessen Sekretär zur Wehrmacht einberufen worden war. Diese Tätigkeit ist mit vielen Reisen verbunden, was ihm bei seiner künftigen Widerstandstätigkeit  hilft.

Er engagiert sich zusammen mit Jakob Kaiser, Otto Müller und Bernhard Letterhaus (die beiden Letztge­ nannten sind ebenfalls während der NS-Diktatur im Gefängnis gestorben bzw. hingerichtet worden) im Wi­derstand gegen den Nationalsozialismus. Mit guten Freunden aus KAB, Christlichen Gewerkschaften, Zentrum u.a. berät er im Kölner Kreis, der sich in der Verbandszentrale der KAB in Köln traf, spätestens seit 1942 über Alternativen zum NS-Regime. Der Kölner Kreis arbeitet eng mit dem Berliner Kreis um Carl Friedrich Goerdeler zusammen und beteiligte sich an dessen Personalplanungen für die Zeit nach Hitler. Am 12. August 1944 wird Nikolaus Groß in Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli verhaftet, obwohl nicht daran beteiligt. Am 15. Januar 1945 verhängt der Volksgerichtshof unter Freisler gegen ihn - den Vater von sieben Kindern - die Todesstrafe, die in Plötzensee vollstreckt wird.

Im Oktober 2001 erfolgt die Seligsprechung von N. Groß durch Papst Johannes Paul II. in Rom. (Quelle: www.nikolaus-gross.de)

 

Johannes Prassek

J. Prassek (* 13. August 1911 in Hamburg; + 10. November 1943 in Hamburg) wird 1937 zum Priester geweiht. Gefördert wird er auf diesem Weg von Aloys Boecker (+ 1941 in Hollage), den er 1922 kennen­ gelernt hat.

Prassek ist als Kaplan zusammen mit Eduard Müller und Hermann Lange an der Herz-Jesu-Kirche in Lü­beck eingesetzt worden . Er ist dort als begabter, mitreißender Prediger und als politisch denkender Intellektueller bekannt. In Soldaten- und Jugendgruppen kritisiert er offen die Erschießung von Gefangenen und Juden. Um polnischen Zwangsarbeitern helfen zu können, lernt er Polnisch. Zusammen mit seinen Kolle­ gen vervielfältigt und verteilt Prassek Predigten des Bischofs von Münster, Graf von Galen, in denen der sich gegen die Vernichtung psychisch und physisch Kranker durch die Nationalsozialisten wendet. Auf Gruppenabenden in der Herz-Jesu-Kirche wird offen über die Sinnlosigkeit des Krieges diskutiert.

Nach der Verhaftung des evangelischen Lübecker Pfarrers Karl Friedrich Stellbrink werden auch die o. g. drei katholischen Kapläne sowie weitere 18 Laien verhaftet und im Juni 1943 vom eigens aus Berlin ange­ reisten Volksgerichtshof wegen "landesverräterischer Feindbegünstigung'', "Wehrkraftzersetzung", "Verge­ hen gegen das Rundfunkgesetz" und das "Heimtückegesetz"  zum Tode verurteilt und im Gefängnis Hol­ stenglacis in Hamburg mit dem Fallbeil zusammen hingerichtet; die Laien bekommen Zuchthausstrafen.

Die Seligsprechung hat - wie für die beiden anderen katholischen Geistlichen - 2011 in Lübeck stattgefun­ den; dabei ist auch des protestantischen Geistlichen Stellbrink gedacht worden. (Quelle: www.heiligenlexikon.de)