Pflege ein Thema für Privatpersonen und Unternehmen

Wallenhorster Wirtschaftstalk informierte über unterschiedliche Aspekte

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Die Gemeinde Wallenhorst und der „Wir für Wallenhorst“ – Marketing e.V. (WfW) informierten am Donnerstag (22. Mai) gut 40 Gäste des Wallenhorster Wirtschaftstalks über das Thema Pflege. „Ein Pflegefall ist immer ein Schicksalsschlag und kann uns alle jederzeit treffen“, führte Moderator Norbert Fischer von der Wallenhorster Pflegezentrum PBB GmbH ein. Er machte deutlich, dass es nicht nur ein Thema für Ältere sei, sondern alle Altersgruppen betreffen könne.

Unter der Überschrift „Pflegebedürftigkeit – die finanzielle Katastrophe für Familien und Unternehmer“ stellte Uwe Albrecht von der OVB Vermögensberatung AG aus Osnabrück die finanziellen Auswirkungen einer Pflegebedürftigkeit vor. Ein Platz in einem Pflegeheim koste in Pflegestufe 3 durchschnittlich 3.500 Euro pro Monat. Davon zahle die gesetzliche Pflegeversicherung jedoch nur 1.550 Euro. Die Differenz müsse vom Betroffenen selbst getragen werden, so Albrecht. Könne dieser aus seinem Einkommen und Vermögen den Betrag nicht leisten, müssten seine Angehörigen – also Eltern, Kinder oder Enkelkinder – einspringen. Erst wenn auch diese nicht zahlungsfähig seien, übernähme das Sozialamt die Kosten.

Für den Abschluss einer Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht warb Dr. Volker Heise. „Suchen Sie sich vertraute Personen, die für Sie entscheiden sollen, wenn Sie es selbst nicht mehr können“, ermunterte der Osnabrücker Rechtsanwalt die Gäste, sich mit dem Thema zu befassen. Als Unternehmer müsse man damit rechnen, dass erst einmal zwei Wochen keine Rechnung bezahlt werde und weitere Arbeitsvorgänge stillstehen würden, wenn im Notfall keine vertraute Person das Geschäft weiterführen könne.

Marlen Beyer schloss sich ihrem Vorredner an. Zu häufig höre sie „Pflege brauche ich noch nicht, das ist doch etwas für Ältere“, denn Arbeits-, Sport- und Verkehrsunfälle könnten jeden treffen, so die Vorsitzende des Seniorenbeirats. Sie prognostizierte, dass auch Unternehmen künftig häufiger bei betroffenen Beschäftigten mit Fragen der Pflege beschäftigt seien. Wichtige Informationen rund um das Thema seien auch in der Notfallmappe des Seniorenbeirats zusammengestellt, die Beyer den Teilnehmern des Wirtschaftstalks vorstellte.