Per Du zum 100. Geburtstag

Maria Möllers feierte ihren Ehrentag im Pflegeheim St. Josef

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Am 25. März 1911 hatte Deutschland noch einen Kaiser. Frauen in vielen europäischen Ländern demonstrierten für Demokratie und Frauenwahlrecht, das Königreich Bayern hatte gerade den 90. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold, des ältesten deutschen Monarchen, gefeiert – und in Bergkamen wurde Maria Möllers geboren. Sie feierte jetzt im Alten- und Pflegeheim St. Josef in Wallenhorst ihren 100. Geburtstag.

Die Jubilarin kam, nachdem sie im Krieg ausgebombt worden war, 1945 zu Fuß von Paderborn nach Wallenhorst, bei sich nur einen Rucksack mit Habseligkeiten. Dort fand sie am Vossberg bei entfernten Verwandten eine Bleibe. Nach unterschiedlichen Wohnsitzen in Osnabrück zog sie Anfang der 70-er Jahre zurück nach Wallenhorst, zunächst in die Zerhusenstraße, dann in die Klausenerstraße. Allerdings hielt sie sich dort fast nur zum Schlafen auf, tatsächlich gelebt hat sie bei Agnes Lahrmann – Familienanschluss inklusive.

Schon in Paderborn hatte Maria Möllers bei Tengelmann gearbeitet und erhielt dort nach dem Krieg wieder eine Stelle. 1951 übernahm sie die Tengelmann-Filiale an der Krahnstraße in Osnabrück. Mitte der 50-er Jahre machte sie sich mit einem Lebensmittelladen in Osnabrück-Schinkel an der Scharnhorststraße selbstständig.

Noch 1962 legte die Jubilarin ihre Führerscheinprüfung ab, um künftig ihre Einkäufe im Großmarkt erledigen zu können. Nach dem Eintritt ins Rentenalter Mitte der 70-er Jahre arbeitete sie noch zehn Jahre lang als Buchhalterin bei der Firma Seiler (Stempel) in Osnabrück.

Im November 2002 zog Maria Möllers auf eigene Initiative, um möglichst niemandem zur Last zu fallen, in St. Josef ein. Dort pflegte sie weiter ihr Hobby Handarbeiten, das neben dem Wandern und Puzzeln immer eines ihrer Steckenpferde gewesen war. So gehörte sie jahrelang zur Handarbeitsgruppe von Schwester Tabita.

Zu den Gratulanten am Ehrentag gehörte neben vielen Vertretern von Vereinen und Verbänden Bürgermeister Ulrich Belde. Den fragte sie direkt zur Begrüßung: „Seit wann siezen wir uns denn?“ und bot ihm ohne große Umschweife das Du an – ein nicht alltägliches Angebot von einem 100-jährigen Geburtstagskind.