Pausenhof, Schwalbenhaus und Rollerparkplatz

RWE-Klimaschutzpreis 2011 für die Gemeinde Wallenhorst an drei Preisträger verliehen

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Naturerlebnis auf dem Pausenhof, Nistplätze für Mehlschwalben, umweltfreundliche Mobilität – ganz unterschiedliche Leistungen für Natur und Umwelt, denen eines gemeinsam ist: Sie wurden am Montag (16. Januar) mit dem RWE-Klimaschutzpreis für die Gemeinde Wallenhorst gewürdigt.
Den Preis verleiht der Energieversorger RWE Westfalen-Weser-Ems in Zusammenarbeit mit den Kommunen jährlich – „in Wallenhorst zum siebten Mal“, wie Kommunalbetreuer Thomas Jablonski bei der Preisverleihung angab. Mit dem Preisgeld von insgesamt 2.500 Euro werden Leistungen anerkannt, die im Gemeindegebiet natürliche Lebensbedingungen erhalten oder ungünstige verbessern.

Genau das haben die Eltern der Johannisschule Hollage-Ost in dem seit sechs Jahren laufenden Projekt „Naturnahe Schulhofumgestaltung“ getan. Darin arbeiten sie mit Studentinnen der Hochschule Osnabrück und einer Landschaftsarchitektin zusammen, um den vor rund 30 Jahren errichteten schulbotanischen Garten so zu erneuern, dass die Grundschulkinder dort Natur erfahren können.

Die Ergebnisse, für die die Gruppe den ersten Preis und damit 1.500 Euro Preisgeld erhielt, stellte Schulleiterin Ursula Marpe in einem kurzen Vortrag vor. Unter anderem verdankt die Schule dem Projekt ein Insektenhotel, Steckbriefe für die einheimischen Bäume auf dem Hof, neue Lebensräume für Vögel und das „grüne Klassenzimmer“. Außerdem haben die engagierten Eltern neue Spielmöglichkeiten auf dem Schulhof geschaffen, unter anderem durch Anlage eines Spielbergs, eines Gebüschlabyrinths und von Kletterbäumen. Auch für die kommenden Jahre haben sie noch viele Ideen.

Den zweiten Preis erkannte die Jury – bestehend aus Bürgermeister Ulrich Belde, Fachbereichsleiterin Claudia Broxtermann und dem Umweltbeauftragten Udo Stangier – Heinrich Theismann aus Rulle-Ost zu. Er erhielt 700 Euro als Anerkennung für den in Eigenleistung erbrachten Bau eines Schwalbenhauses für Mehlschwalben.
Grund genug dafür gibt es, denn die Zahl der Mehlschwalben nimmt in den letzten Jahren ständig ab. Ein Grund sind die nicht geduldeten Nester. Die Vögel bauen sie gern außen an Häusern, wo die Hausbesitzer sie wegen der befürchteten Verschmutzung durch Vogelkot bald wieder entfernen. Nachdem Heinrich Theismann beobachtet hatten, wie die Nistversuche der Mehlschwalben immer wieder unterbunden und halbfertige Nester zerstört wurden, überlegte er sich als Alternative den Bau eines Schwalbenhauses.
Dieses errichtete er nach dem Foto eines funktionierenden Vorbildes in Hessen. Die wetterabgewandten und überdachten Seiten bestückte er mit Kunstnestern, um die Ansiedlung zu erleichtern. Schließlich stellte er mit Hilfe seiner Nachbarn das Schwalbenhaus auf einer Wiese vor seinem Haus im Ostenort auf.
Zusätzlich zum „Eigenheimbau“ unterstützte Heinrich Theismann die Mehlschwalben auch bei der „Öffentlichkeitsarbeit“. Immer wieder, so berichtete er, werde er von Radlern und Wanderern nach der Funktion des Schwalbenhauses gefragt. Diese Gelegenheiten nutze er, um das Problem der fehlenden oder zerstörten Nester zu erläutern in der Hoffnung, so die Akzeptanz für Nester an Wohnhäusern auch in Siedlungen zu erhöhen.
Mit dem dritten Preis, dotiert mit 300 Euro, zeichnete die Jury den Förderverein St. Marien-Kindergarten Rulle e.V. aus. Dieser hatte sich vorgenommen, Kinder und Eltern dazu zu motivieren, für den Weg zum und vom Kindergarten öfter das Fahrrad als klimaschonendes Verkehrsmittel statt des Autos zu nutzen. Dazu erweiterten die Vereinsmitglieder die Stellplätze für Fahrräder und richteten sie so her, dass sie auch für Roller nutzbar sind. Für die kommenden Jahren plant der Verein weitere Aktivitäten, die zu einem umweltfreundlichen Kindergartenweg ermutigen sollen.
Drei unterschiedliche Aktivitäten, drei unterschiedliche Preisträger: Bürgermeister Belde freute sich über die Bandbreite umweltfreundlicher Aktivitäten in seiner Gemeinde, die man dank der Unterstützung der RWE angemessen würdigen könne. Die Vielfalt der Aktionen lobte auch Thomas Jablonski. Die Gemeinde Wallenhorst verfüge über viele engagierte Menschen, und der RWE sei es ein Anliegen, deren Arbeit öffentlich darzustellen.