Offen sprechen über ein Tabu

Tipps zu Trauer und Tod beim Seniorenfrühstück

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Beim letzten Seniorenfrühstück in der Amtszeit des ersten Wallenhorster Seniorenbeirats ging es am Mittwoch (20. März) um den Abschied – allerdings nicht um den von den scheidenden Beiratsmitgliedern, sondern um Tod und Trauer. Wie man mit diesen menschlichen Extremsituationen umgeht und sie bewältigt, dazu informierten mit Tanja Recker, Martin Kruse und Karl-Heinz Hawighorst drei Bestatter aus dem Gemeindegebiet die rund 90 Seniorinnen und Senioren im Gasthaus Barlag in Hollage.
Unter Moderation von Kornelia Böert, der Wallenhorster Beauftragten für Frauen, Familien und Senioren, stellten die Fachleute die Bestattungsmöglichkeiten vor, die es vor Ort gibt. Dabei hinterfragten die Gäste besonders die Kosten.

Die anschließende Diskussion erbrachte vor allem zwei Erkenntnisse. Zum einen kristallisierte sich der Friedhof als Versammlungsstätte der Lebenden heraus, um der Toten zu gedenken. Zum anderen wurde deutlich, wie wichtig ein rechtzeitiges Gespräch in der Familie über die Wünsche für die eigene Bestattung ist.

Dabei sollte offen diskutiert werden, ob man beispielsweise auf dem Friedhof in einem Urnen- oder Erdgrab, im Friedwald oder in Kolumbarien bestattet werden möchte. Auch, wer die Grabpflege übernimmt, kann vorher geklärt werden.

Ebenso sollte man die Angehörigen informieren, falls man eine anonyme Bestattung wünscht. Denn in diesem Fall erfahren die Hinterbliebenen nicht, wo die Person bestattet wird, und können auch an keiner Trauerfeier teilnehmen. Damit haben viele Verwandte und Freunde oft große Schwierigkeiten.

Die wichtigsten Maßnahmen, die in einem Todesfall zu treffen ist, so kündigten die Seniorenbeiratsmitglieder während des Frühstücks an, sollen kurzfristig auch in die vom Beirat erstellten Notfallmappen aufgenommen werden. Kornelia Böert gab dann den Seniorinnen und Senioren als „Hausaufgabe“ mit auf den Weg, in der Karwoche in Ruhe über das Thema nachzudenken und es dann an Ostern in der Familie anzusprechen. Hierbei könnten dann unter anderem alle Beteiligten ihre Wünsche und Vorstellungen austauschen.

Den versöhnlichen Abschluss des Seniorenfrühstücks bildeten Frühlingsgedichte, die Hubert Schawe vortrug. Sie beschäftigten sich passenderweise mit den Themen Natur, Tod und neues Leben.