Narren und Schweizer feierten Karnevalsfinale

Veilchendienstag im Rathaus bildeten Abschluss der fünften Jahreszeit

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Schweizerisch, spöttisch und vor allem spaßig ging es zu, als sich am Dienstag (21. Februar) die Karnevalsgesellschaften aus dem Wallenhorster Gemeindegebiet im Rathaus von der Macht und zugleich von der fünften Jahreszeit verabschiedeten. Beim traditionellen Veilchendienstag gaben die Vereinsvertreter die symbolischen Rathausschlüssel, die sie zuvor bei ihren Sitzungen erhalten hatten, an Bürgermeister Ulrich Belde zurück.
Dieser begrüßte – unterstützt von der Beauftragten für Frauen, Familien und Senioren, Kornelia Böert – die närrischen Delegationen im schillernden Disco-Outfit samt stilechter Frisur und mit einem selbst gereimten Lied. Die sich anschließenden Schlüsselrückgaben gerieten einmal mehr zum gut gelaunten närrischen Kehraus.

Großen Anteil daran hatte die bewährte Moderation von Alois Menkhaus, dem Ehrenpräsidenten des Kolping-Karneval-Clubs (KKC) Hollage. Der karnevalistische Überzeugungstäter verlangte den Närrinen und Narren eine Begeisterungs-Rakete nach der anderen ab und ließ sie immer wieder den vierfachen Gruß „Holla helau! Rulle helau! Pye helau! Lechtingen alaaf! Wallenhorst kikeriki!“ in Richtung aller vier Ortsteile skandieren.

Natürlich ließen die Tollitäten, Lieblichkeiten, Präsidenten und Gefolge von KKC Hollage, KMT Rulle, der Blau-Weißen Garde Rulle, der Katholischen Frauengemeinschaft Hollage, der Frauengemeinschaft Rulle und der Seniorengemeinschaft Rulle es nicht mit der Rückgabe der Schlüssel bewenden. In launigen Worten hatten sie gute Tipps zur weiteren Regentschaft für den Bürgermeister parat.

Auch die Büttenredner lieferten ihre frech-fröhliche Einschätzung des Lebens im Allgemeinen und der örtlichen Politik im Besonderen. So forderte Hubert Schawe auf plattdeutsch ebensolche Ratssitzungen ein – schließlich verstünden die meisten Menschen schon die hochdeutsche Variante nicht. Für das Gemeindegebiet stellte er die Prognose „Schwatt is out“, und übersetzte mit Blick auf die Mehrheitskooperation im Rat das Wort „Kooperation“ mit „Zusammengeschnippeltes“. Begleitet wurde Hubert Schawe von seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Seniorenbeirat, die ebenfalls ein eigens vertontes Lied präsentierten.

Singend, aber nicht weniger frech gab das Trio Fatal aus Hollage mit Christian Böwer, Jörg Riepe und Jochen Steinmeister seine Sicht der Ortspolitik zum Besten. Da war zur Melodie von „Westerland“ die Rede von Windrädern auf teuren Grundstücken und Kooperationen, und in bester Howard-Carpendale-Manier sangen sie statt von Alice „Ja, wer ist denn Clemens?“

Dass an fähigen Büttenrednern auch in Zukunft kein Mangel sein wird, bewies Jonathan Proft. Wie ein Großer schilderte der 13-Jährige in der Bütt, dass er buchstäblich „auf den Hund gekommen“ sei. Ebenso wie die Jungen stiegen auch die Alten in die Bütt; so nahm für die Seniorengemeinschaft Rulle Josef Meyer das öffentliche Geschehen aufs Korn. Für Schwung im Rathausfoyer sorgten Vanessa Nieporte (Blau-Weiße Garde) und Nina Hermes (KKC Hollage) als Funkenmariechen.

Parallel zu all dem Trubel galt es, Abschied zu nehmen: Zum letzten Mal nahmen Maria Strunk und Margret Welzel – bislang bei den Frauengemeinschaften Hollage und Rulle für den Karneval verantwortlich – in dieser Position am Veilchendienstag teil. Ulrich Belde dankte ihnen für ihr närrisches Engagement mit einem Präsent.

Knallroter und lautstarker Mittelpunkt des Veilchendienstags waren indes die Reppischfäger aus der Schweiz. Alle drei Jahre zu Gast bei den KKC-Veranstaltungen, bereicherte die fröhliche Truppe einmal mehr auch den Veilchendienstag mit ihrer charakteristischen Guggenmusik. Dabei trugen die Schweizer stolz ihre Nationalfarben und fantasievolle selbst gestaltete Kopfbedeckungen - zum Beispiel ein Fondue oder eine Plüschkuh – zur Schau.

Ebenso wie sie erhielten alle scheidenden Tollitäten, Lieblichkeiten und sonstigen verdienten Jecken vom Bürgermeister den diesjährigen Karnevalsorden der Gemeinde. Mit dem geselligen Beisammensein im Rathausfoyer war allerdings der Tag noch lange nicht beendet: Die Narren feierten traditionsgemäß in Hollage bei Graf Dick weiter und gaben bis Aschermittwoch noch einmal richtig Gas.