Lieber echte Freundinnen als bissige Rivalinnen

Antje Balters referiert beim Frauenfrühstück über weibliche Beziehungsmuster

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Während Rivalität zwischen Männern gesellschaftlich akzeptiert ist, heißt dasselbe Verhalten bei Frauen Stutenbissigkeit. Auf der anderen Seite gibt es auch nur für weibliche Freundschaften die Bezeichnung Busenfreundinnen. Warum diese Beziehungen so speziell sind und wie frau sie positiv gestalten kann, das war Thema beim Wallenhorster Frauenfrühstück am Dienstag (11. Oktober) im Gasthaus Lingemann in Rulle.
Referentin Antje Balters erläuterte vor rund 172 Teilnehmerinnen, wie sich Frauen den Mühen des Rivalisierens entziehen und zu einem gelassenen Miteinander gelangen können. Bei Stutenbissigkeit verlaufe die Grenze zwischen Täterin und Opfer oft fließend. Dabei sehnten sich tatsächlich die meisten Frauen nach der einen Busenfreundin, die sie ganz und gar verstehe.

Die Rivalität beginne schon in der Kindheit, wenn die Tochter mit der Mutter um die Zuneigung des Vaters wetteifere. Lasse sich die Mutter darauf ein, komme es zu Problemen.

Ausgetragen würde weibliche Rivalität fast ausschließlich über das Aussehen. Andere Felder wie Beruf, Partnerschaft und Kinder seien dem untergeordnet.

„Jede Frau wünscht sich, die berühmten fünf Kilo abzunehmen in der Hoffnung, dadurch glücklich zu werden“, verdeutlichte Antje Balters. Schlank zu sein werde mit Erfolg, Glück, Geliebtsein und Anerkennung gleichgesetzt. Diese Schönheitsideale seien geradezu absurd angesichts der Tatsache, dass es unter drei Milliarden Frauen auf der Erde nur rund 150 Topmodells gibt. „Wir müssen uns fragen, wie viel Energie wir opfern wollen, um anderen Menschen zu gefallen“, forderte die Referentin auf.

Taktisch verfügten Frauen über viele Strategien, um Rivalität auszutragen: „Wir Frauen wissen, wie wir gucken müssen, damit Andere sich allein dadurch schlecht fühlen.“ Die so ausgelöste Beschämung gehe an niemandem spurlos vorüber. Sie beschädige die eigene Würde, man fühle sich ungeliebt.

Weil Frauen auch im Beruf weniger konkret um die nächste Stufe der Karriereleiter rivalisierten als vielmehr um allgemeine Anerkennung, treffe sie das besonders: „Die Schutzhülle der Seele nimmt Schaden.“

Antje Balters plädierte dafür, jede Lebenssituation so als gut zu akzeptieren, wie sie sei. Das gelte für die reine Hausfrau ebenso wie für berufstätige Mütter und Singles. „Wir sollten unsere Power für etwas Besseres einsetzen als für Rivalität“, sagte sie. Wichtigster Schritt dazu sei, sich selbst zu schätzen: „Wer überzeugt ist, liebenswert und anerkannt zu sein, lässt auch Andere so stehen, wie sie sind.“ Mit sich selbst zufrieden zu sein, sei das beste Mittel gegen Rivalität.

Auf der anderen Seite seien Frauenfreundschaften etwas Wunderbares. „Die Busenfreundin nimmt mich wie, wie ich bin, und sagt auf nette Art und Weise, wenn etwas nicht gut ist.“ Hier komme Frauen zugute, dass sie Gefühle in Worte fassen könnten. So könnten sie positive Emotionen vermitteln: „Wenn ich gut zu mir selbst bin, kann ich auch gut zu Anderen sein.“