Lechtinger Trinkwasser wird weicher

Versorgungsbereich Lechtingen/Wallenhorst/Rulle wird künftig mit einer veränderten Trinkwasserqualität versorgt.

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Die Qualität des Trinkwassers der Wasserversorgung Wallenhorst GmbH (WVW) ist eigentlich so gut, dass bereits das Rohwasser die strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) erfüllt und es ohne weitere Aufbereitung direkt ins Netz gegeben werden kann. Dies war bisher auch in beiden Versorgungsgebieten der WVW („Pye-Hollage“ und „Lechtingen/Wallenhorst/Rulle“) der Fall.

In den letzten Jahren ist jedoch – vor allem beim Parameter „Nitrat“ – bei einigen Brunnen ein kontinuierlicher Anstieg der Werte feststellbar – übrigens nicht nur bei der WVW GmbH. Saisonal kam es besonders in Lechtingen sogar bei einigen Brunnenwässern zu Spitzenwerten, die sich dem zulässigen Grenzwert von 50 mg/l näherten. Durch Veränderung der Fördermengen und des Mischungsverhältnisses im Wasserwerk Lechtingen konnten die zulässigen Werte im Netz jedoch immer eingehalten werden.

Der Trinkwasserbrunnen in Rulle, der früher eine bewilligte Fördermenge von 219.000 m³/Jahr hatte, musste aber bereits 2011 wegen dauerhaft überhöhtem Nitratgehalt vom Netz genommen werden und steht jetzt nur noch als Notreserve mit 3.000 m³/Jahr zur Verfügung.

Auf diese unerfreulichen Umstände musste die WVW reagieren. Deshalb wurden intern ausgiebig verschiedene Lösungsmöglichkeiten geprüft, um solchen „Überraschungen“ künftig sicher entgegenzuwirken. Es gibt zwar technische Verfahren, unerwünschte Stoffe wie Nitrat aus dem Trinkwasser herauszufiltern, aber die technischen Gegebenheiten in Wallenhorst lassen diese Methoden in einem vertretbaren Kostenrahmen nicht zu. So bleibt letztendlich als wirtschaftlichste Lösung nur die Möglichkeit, Wasser eines anderen Versorgungsunternehmens dazu zu kaufen und dies mit dem selbst geförderten Wasser der WVW GmbH im Wasserwerk zu vermischen. So soll künftig eine dauerhafte Qualität im Wasserwerk Lechtingen gewährleistet werden.

Glücklicherweise verläuft eine große Transportleitung der Stadtwerke Osnabrück von deren Wasserwerk Thiene (ca. 25 km nördlich von Osnabrück) quer durch Wallenhorst und Lechtingen bis zum „Hochbehälter Piesberg“. Von dort wird es ins Osnabrücker Trinkwassernetz eingespeist.

Das Wasser der Stadtwerke aus Thiene hat einen geringeren Nitratgehalt und ist weicher als das Wasser der WVW-Brunnen. Ein Gutachter hat bestätigt, dass beide Wässer ohne Beeinträchtigungen bis zu einem gewissen Prozentsatz miteinander mischbar sind und eine festgesetzte Menge des Stadtwerke-Wassers dem Lechtinger Wasser zugegeben werden kann. Künftig wird deshalb circa ein Viertel der Gesamtfördermenge im Bereich Lechtingen/Wallenhorst/Rulle durch Stadtwerkewasser aus Thiene ersetzt.

Das Wasserwerk Lechtingen und der Hochbehälter Piesberg liegen mit circa 600 Meter Luftlinie ziemlich nah beieinander, sodass eine Verbindungsleitung zwischen beiden Werken nur relativ geringe Investitionskosten verursacht. Diese Leitung wurde inzwischen bereits verlegt. Sie verläuft entlang der „Osnabrücker Straße“ und der Straße „Zum Wasserwerk“. Einige Umbauarbeiten im Wasserwerk Lechtingen waren ebenfalls nötig und sind bereits fertiggestellt.

Die WVW-Kunden im Versorgungsbereich Lechtingen/Wallenhorst/Rulle werden also künftig von einer veränderten Wasserqualität profitieren, da im Versorgungsgebiet bald nitratärmeres und weicheres Wasser aus den Wasserhähnen fließen wird.

Die sich verändernden Wasserwerte können momentan nur aus dem geplanten Mischungsverhältnis errechnet werden. Die praktische Untersuchung der Wasserproben nach Inbetriebnahme wird nach einer gewissen Übergangsphase selbstverständlich ebenfalls folgen. Die vollständigen Analyseergebnisse werden dann an dieser Stelle veröffentlicht.

Die berechneten Daten des Gutachters für die wichtigsten Parameter im Trinkwassernetz Lechtingen/Wallenhorst/Rulle sehen im Vergleich zu früher folgendermaßen aus:

Wasserwerk Lechtingen:

bisher (100% WVW-Wasser)
Nitrat: 39 - 44 mg/l
Härtegrad in mmol/l : 3,3 - 4,0 mmol/l
Härtegrad in °dH : 18,5° - 22,4°dh (hart)
Natrium: 19 - 38 mg/l
Sulfat: 67 - 98 mg/l
Chlorid: 41 - 71 mg/l
Sauerstoff: 3,9 - 4,8 mg/l

künftig (75% WVW mit 25% Thiener Wasser)
Nitrat: 31 - 36 mg/l
Härtegrad in mmol/l: 2,7 - 3,3 mmol/l
Härtegrad in °dH : 15,1° - 18,5°dh (hart)
Natrium: 17 - 33 mg/l
Sulfat: 62 - 91 mg/l
Chlorid: 35 - 59 mg/l
Sauerstoff: 5,3 - 6,3 mg/l

Der pH-Wert des Wassers wird unverändert bei 7,5 - 7,7 bleiben.

Wichtig für alle Kunden im Bereich Pye/Hollage: Im Versorgungsgebiet Pye/Hollage treten keinerlei Veränderungen ein – hier bleibt es bei der Versorgung aus den fünf eigenen Trinkwasserbrunnen in Pye und Hollage, wie bisher ohne jegliche Zumischung von Fremdwässern.

Für die Kunden im Bereich Lechtingen/Rulle/Wallenhorst zieht die Veränderung jedoch einige Konsequenzen nach sich, die beachtet werden sollten. Das künftig weichere Wasser ist zwar immer noch dem Härtebereich „Hart“ zuzuordnen, aber beim Putzen wird sich zeigen, dass der geringere Kalkgehalt weniger Flecken auf Fliesen und Armaturen hinterlassen wird. Waschmaschine / Waschmitteldosierung sowie der Geschirrspüler sollten auf den veränderten Härtegrad umgestellt werden, damit sie optimal reinigen können. Wie dies zu geschehen hat, steht in den jeweiligen Bedienungsanleitungen der Geräte. Hier wird künftig weniger Reinigungsmittel und Enthärtersalz nötig sein.

Die Wassergüte in den beiden Versorgungsgebieten „Pye/Hollage“ und „Lechtingen/Wallenhorst/Rulle“ ist damit weiter aneinander angeglichen, da beide Wässer künftig ähnlich sind. Der Trinkwasserpreis (von momentan 1,05 €/m³ brutto) bleibt unverändert.

Die Auswirkungen der Maßnahme sind also insgesamt nur positiv. Für die WVW GmbH bedeutet der Verbund beider Versorger eine verbesserte Versorgungssicherheit, falls durch technische Defekte einmal eigene Brunnen ausfallen sollten.

Sollten noch Fragen bestehen, wenden sich interessierte Kunden bitte an die Wasserversorgung Wallenhorst GmbH, Andreas Wellmann, Telefon (05407) 888-611.