Kassetten kennen sie noch

Alexanderschüler besuchen Kunstausstellung im Rathaus

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Die Frage von Katrin Lazaruk ist heutzutage durchaus berechtigt. Die Antwort der Schülerinnen und Schüler fällt für die Künstlerin glücklicherweise positiv aus: das Material, mit dem sie arbeitet, ist den Jugendlichen noch bekannt – Kassetten. Genauer gesagt: Tonbänder ausrangierter Audiokassetten. Diese bilden das Herzstück der Kreationen, die die Osnabrückerin noch bis Mitte Mai im Foyer des Wallenhorster Rathauses ausstellt.

Mittwochmorgen (24. April), kurz nach acht: Die 8a der Alexanderschule schaut sich die Bilder gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Dagmar Eilermann an. Katrin Lazaruk erklärt, wie die Motive entstehen und dass sie den Hintergrund mit Aquarell- oder Acrylfarbe gestaltet. Ein Motiv scheint bei den 13 Jugendlichen auf besonderes Interesse zu stoßen: das Porträt einer Frau mit einem Wolfspelz. Lazaruk erklärt: „Ihr kennt doch sicher die Metapher ‚Der Wolf im Schafspelz‘. Hier ist es umgekehrt. Hier hat das ‚Schaf‘ den Wolfspelz an.“

Was will die Künstlerin mit ihren Werken sagen? „Schaut euch die Bilder an“, sagt Lazaruk. „Sucht euch ein Detail und fragt euch, was es bedeuten kann, was es symbolisiert kann, wofür es stehen kann. Es gibt dabei kein Richtig oder Falsch.“

Die Schülerinnen und Schüler sind interessiert. Sie fragen nach. „Die Ausstellung trägt den Titel ‚Von Zeit zu Zeit zu zweit‘“, erläutert Katrin Lazaruk. Dementsprechend seien viele Porträts zu sehen – manche eher traurig, manche bunt und fröhlich. Die Werke würden in ein- bis mehrtätiger Arbeit entstehen – je nach Größe und Motiv. „Sie entstehen zunächst einmal in meinem Kopf“, erklärt sie. Im Laufe der Fertigung würden sich aber durchaus Änderungen ergeben, weil sich dabei auch neue Ideen entwickeln.

Kunst, Museen und Ausstellung fand sie schon immer toll, beschreibt sie ihren Weg. „Ich habe immer schon gemalt und schon als Kind gesagt, dass ich mal Künstlerin werden will.“ Heute betreibt sie ihr eigenes Atelier an der Bramscher Straße in Osnabrück. „Die kennt ihr bestimmt. Da fährt auch der Bus entlang, wenn da gerade keine Baustelle ist.“ Lazaruk lädt die Jugendlichen ein, sie dort zu besuchen. Denn die etwas andere Schulstunde neigt sich dem Ende zu.

Schnell noch ein Autogramm holen. Wer weiß, ob es mal wertvoll wird. Dann müssen die Jugendlichen zurück zur Schule. Auch Katrin Lazaruk muss sich beeilen, um noch den Bus zu bekommen. Eine Künstlerin fährt Bus? „Ich dachte, sie kommt mit eigenem Chauffeur“, sagt ein Schüler. Nein. Sie fährt umweltfreundlich mit dem Bus. Sie lebt ihre Kunst, mit der sie auch die Themen Recycling und Upcycling aufgreift.