Jungs – ein echtes Abenteuer

Vortrag von Meike Evers stieß auf reges Interesse

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Zu einem Elternabend mit interessantem Thema luden die Kindertagesstätten in der Gemeinde Wallenhorst in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk für Familie ein. Es kamen Eltern, Erzieher und Erzieherinnen, Tagesmütter und Familienlotsinnen. Die Referentin Meike Evers informierte als Erzieherin und als Mutter von vier Jungen über die Herausforderungen im Alltag mit Jungen. In der heutigen Gesellschaft sei die Mehrzahl der schwierigen Kinder Jungen. Zehnmal mehr Jungen als Mädchen bekämen die Diagnose ADHS. Jungen gehörten zu den Bildungsverlierern, nur 33 Prozent machten in Deutschland das Abitur. In Finnland seien es zum Vergleich 85 Prozent.

Im Groben träfen bei Jungen bestimmte Verhaltensweisen immer wieder zu. Für Mütter und überhaupt Frauen sei das männliche Geschlecht schwierig zu verstehen. In lebhaften Beispielen stellte Evers die Verhaltensweisen von Jungen vor, um sie besser einordnen zu können. Viele erkannten ihre eigenen Söhne wieder und mussten schmunzeln. Die Kernaussage der Referentin lautete deshalb: „Setzen Sie mehr auf Gelassenheit und verlieren Sie nie den Humor!“ - denn der Einfluss von draußen sei sehr groß.

Als Baby im Mutterleib gedeihen die Jungen langsamer. Sie brauchen mehr Kalorien, denn sie verbrennen auch mehr als Mädchen. Später sei der Bewegungsdrang der Jungen wesentlich höher als bei Mädchen, so Evers. Jungen denken in Systemen und bräuchten klare Ansagen, die auch Konsequenzen nach sich ziehen sollten. Jungen seien risikobereiter, sie bräuchten Abenteuer. In der Sprache gäbe es wesentliche Unterschiede. „Während Mädchen sich stundenlang unterhalten können, ist das Gespräch unter Jungen sehr viel kürzer und knapper in der Wortwahl“, erklärte die Referentin. Im Spielverhalten ginge es eher um Raufen, Toben und Kämpfen, denn draußen müssten Jungen überleben. Jungen seien aber auch witzig, lustig und voller Überraschungen. Am Schluss gab es dann nochmal einen eindringlichen Appell: „Sie dürfen Ihre Söhne nicht verbiegen, sondern müssen sie gut durch das Leben begleiten. Oft ist der Druck in der Gesellschaft und der Schule zu hoch.“