Hier schließt sich der Kreis

Baum des Jahres an der Alten Kirche gepflanzt

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Besser hätte der Standort kaum gewählt werden können, an dem die Gemeinde Wallenhorst am Donnerstag (27. November) den Baum des Jahres 2014 pflanzte. Hier wächst nun nach, was Kaiser Karl der Große, der der Sage nach auch die Alte St. Alexanderkirche gründete, schon im Aachener Dom verbauen ließ: eine Traubeneiche. Zu sehen ist sie im Domschatz zu Aachen in Form einer Tür, die mehr als 1.000 Jahre lang in der Verbindung zwischen der Kaiserloge auf der Empore der Pfalzkapelle und der Aula Regia, der Königshalle der Pfalzanlage, in Betrieb war.

Karl der Große achtete seinerzeit bereits auf eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Im Capitulare de villis, dem karolingischen Hofgütererlass, heißt es: Zur „guten Obhut“ (custodia) gehöre es, Rodungen und kultiviertes Land vor der Rückeroberung durch den Wald zu schützen. Man dürfe aber auch „nicht zulassen“, dass die Wälder „da, wo sie sein sollen, kahl geschlagen und zugrunde gerichtet“ werden. Der Schlüsselbegriff in diesem Erlass lautet „praevidere“ – vorausschauen und vorsorgen. Die Neuanpflanzung an der Alten Kirche in Wallenhorst dürfte somit ganz in seinem Sinne sein.

Eingepflanzt wurde der Baum – nach fachmännischer Vorarbeit durch Bauhofmitarbeiter Alois Wächter – von Bürgermeister Otto Steinkamp, der Umweltausschussvorsitzenden Barbara Bender und Vorstandsmitgliedern der „Freunde und Förderer der Alten Kirche zu Wallenhorst“. Auch Pfarrer Dietmar Schöneich ließ sich die Teilnahme nicht nehmen: „Ich habe gehört, man könne den Bürgermeister hier arbeiten sehen.“ Steinkamp konnte ihn diesbezüglich beruhigen. Bei so viel Hilfe könne hier gar nicht mehr viel Arbeit für den Bürgermeister übrig bleiben, meinte er und griff tatkräftig zur Schaufel. Für ihn sei es zwar der erste „Baum des Jahres“, für die Gemeinde Wallenhorst bereits das 100. Exemplar, erläuterte Steinkamp.

Die Traubeneiche (Quercus petraea), auch Wintereiche genannt, wachse als sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von 40 Meter und Stammdurchmesser bis zu zwei Meter erreichen könne, erklärte Udo Stangier. Ihr Höchstalter liege bei 800 bis 1.000 Jahren. „Die Eicheln sitzen gehäuft an fast ungestielten Fruchtbechern. Daher der Name Traubeneiche“, so der Umweltbeauftragte. Das sei auch der wesentlich Unterschied zum Schwesterbaum, der in der hiesigen Region häufig anzutreffenden Stieleiche.

Den Baum des Jahres bestimmt seit 1989 jährlich die „Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ und deren Fachbeirat, das „Kuratorium Baum des Jahres“. Sie will damit die heimischen Baumarten ins öffentliche Bewusstsein rücken. Dazu schenkt die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück den kreisangehörigen Städten und Gemeinden je einen Baum des Jahres pro 5.000 Einwohner. Die 24.000-Einwohner-Gemeinde Wallenhorst erhielt somit vier Traubeneichen. Die übrigen drei Exemplare stehen im Bürgerpark, an der Hofstelle Duling und an der Hollager Mühle.