Heizen mit Strom

Nachtspeicherheizung und Infrarot-Flächenheizung im Fakten-Check

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Heizen mit Strom gilt als ineffizient und teuer. Dennoch wurde die gesetzliche Vorschrift zurückgenommen, elektrische Nachtspeicherheizungen auszutauschen, und elektrische Infrarot-Flächen-Heizungen werden von den Herstellern sogar als besonders kostengünstig und klimafreundlich beworben. Dietmar Seeber, Energieexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen, erläutert, was von den Technologien zu halten ist.

Der Austausch elektrischer Nachtspeicherheizungen ist nicht mehr verpflichtend. Die Heizungen könnten, so das Argument, eine wichtige Rolle für die Energiewende spielen, indem Strom aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel der Windkraft, in privaten Speicherheizungen „zwischengespeichert“ würde.

Eine gute Idee, die in der Praxis aber leider schwer umsetzbar ist: In den entsprechenden Regionen sind nicht genug Speicherheizungen angeschlossen, um die Netze tatsächlich spürbar zu entlasten. Außerdem sind viele Anlagen nicht vom Netzbetreiber aus der Distanz regelbar und können bei Bedarf nicht zugeschaltet werden. Nachspeicherheizungen bleiben in erster Linie Strom- und Geldfresser.

Als kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zur Nachspeicherheizung wird die Infrarot-Flächenheizung beworben. Da sie mit Strahlungswärme heizt, reichen laut den Herstellern niedrigere Raumtemperaturen aus für ein behagliches Wohnklima. Allerdings verbraucht die Infrarotheizung vor allem tagsüber Strom, zu durchschnittlich 27 Cent pro kWh (zum Vergleich: Gas circa 5,5 Cent/kWh, Heizöl umgerechnet circa 6 Cent/kWh, Holzpellets circa 5 Cent/kWh). „Diese hohen Betriebskosten einer Infrarotheizung werden auch durch die relativ niedrigen Anschaffungskosten nicht wettgemacht“, stellt Dietmar Seeber klar. „Und klimafreundlich sind Elektroheizungen übrigens auch nur mit einem zertifizierten Ökostromtarif – sonst ist die Klimabilanz schlechter als bei anderen Energieträgern.“

Generell sind Elektroheizungen also nur in wenigen Einzelfällen sinnvoll. Allerdings ist der Umstieg auf ein anderes Heizsystem auch nicht ganz unkompliziert, weil Leitungen verlegt und Heizkörper montiert werden müssen. Bevor über den Austausch der Heizung entschieden werde, sollten Verbraucher daher unbedingt eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen.  

Über dieses und alle weiteren Energie(spar)themen informiert die Energieberatung der Verbraucherzentrale anbieterunabhängig und individuell. Nächster Termin für die persönliche Beratung ist Donnerstag (16. April) im Rathaus der Gemeinde Wallenhorst. Es wird ein Kostenbeitrag von fünf Euro erhoben. Anmeldungen nimmt die Gemeinde Wallenhorst, mit der die Verbraucherzentrale zusammenarbeitet, unter Telefon 05407 888-601 entgegen.