Ein Pionier an der Alten Kirche

Lärche als Baum des Jahres 2012 an vier Standorten im Gemeindegebiet gepflanzt

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Sie klingt wie ein Vogel, benimmt sich im Winter wie ein Laubbaum und verwandelt sich im Herbst in Gold: Die Europäische Lärche (Larix decidua) ist Baum des Jahres 2012. Ein Exemplar davon pflanzten Bürgermeister Ulrich Belde, der Umweltbeauftragte Udo Stangier sowie Mitglieder des Vereins Freunde und Förderer der Alten Kirche am Donnerstag (29. November) an der Alten St. Alexanderkirche in Wallenhorst.

Den Baum des Jahres bestimmt jährlich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Sie will damit die heimischen Baumarten ins öffentliche Bewusstsein rücken. Dazu schenkt die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück seit 21 Jahren ihren Städten und Gemeinden je einen Baum des Jahres pro 5.000 Einwohner.

Die 24.000-Einwohner-Gemeinde Wallenhorst erhält also vier Lärchen. Die übrigen drei Exemplare stehen im Bürgerpark, an der Hollager Mühle und an der Johannisschule.

Udo Stangier nutzte die Pflanzung, um den Baum des Jahres vorzustellen. Als einziger hiesiger Nadelbaum, der im Winter seine Nadeln abwirft, ist die Europäische Lärche in Mitteleuropa heimisch. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt im Wesentlichen in den Alpen, außerdem in den Sudeten. Dort besiedelt sie als sogenannte Pionierbaumart Freiflächen, wie sie beispielsweise durch Erdrutsche, Waldbrände und Weidewirtschaft entstehen. In über 2.000 Metern Höhe kann sie an der Baumgrenze Lawinen trotzen. Inzwischen ist die Lärche allerdings auch in den Mittelgebirgen und den Ebenen verbreitet. Nur Schatten verträgt sie nicht.

Mit ihrer groben Borke bietet die Lärche vielen Tieren, vor allem Insektenarten, Lebensraum. Ökologisch wertvoll ist sie darüber hinaus, weil sie neuesten Untersuchungen zufolge diejenige Baumart, mit der sich am besten die Luftqualität in Städten verbessern lässt.

Warum die Lärche sich im Herbst vergoldet und danach ihre Nadeln verliert, um im Frühjahr neu zu grünen, ist nicht endgültig geklärt. Möglicherweise erleichtern die kahlen Äste das Überwintern. Lärchen können Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius überstehen, wie sie im Hochgebirge häufig vorkommen.

 

Wegen seines hohen Harzanteils ist Lärchenholz besonders hart und gegen Pilze und Bakterien resistent. Deshalb wird es gern für Türen und Fenster im Außenbereich verwendet und braucht dann nicht einmal imprägniert zu werden.