Ein Baum, der polarisiert

Rot-Eiche als Baum des Jahres gepflanzt

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Die Rot-Eiche (Quercus rubra) ist der diesjährige Baum des Jahres und steht als solcher nun an der Straße „Am Haupthügel“ in Wallenhorst. Gepflanzt von Bürgermeister Otto Steinkamp, der Umweltbeauftragten Isabella Markfort, Bauhofleiter Peter Kruse und Vertretern der Ratsfraktionen.

Pro und Contra

„Der diesjährige Baum des Jahres polarisiert stark“, berichtet Markfort. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Art habe gute Holzeigenschaften, gute Zuwächse und komme mit Trockenheitsperioden gut zurecht. Daher rücke die Rot-Eiche forstwirtschaftlich immer mehr in den Vordergrund. Sie eigne sich mit ihrem widerstandsfähigen und zähen Holz vor allem als Bauholz und für den Möbelbau. „Zudem hat sie eine besonders schöne Herbstfärbung, weshalb sie gern als Park- und Alleebaum genutzt wird“, so Wallenhorsts Umweltbeauftragte. Die Rot-Eiche könne hierzulande etwa 400 Jahre alt werden und gelte als sturmfest.

„Gleichzeitig gilt sie als schädlingsresistenter als unsere heimischen Eichen. Dies ist für den Naturschutz und die Wirkung auf die Biodiversität jedoch eine eher schlechte Nachricht, da unsere heimische Natur mit dem fremden Gehölz nicht viel anzufangen weiß“, erläutert Markfort. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Artenvielfalt auf Bäumen mit zunehmender Entfernung der geologischen Herkunft sinken würde. Die Rot-Eiche gelte in Deutschland zudem als potenziell invasive Art. „Sie ist zwar nicht überall problematisch, kann aber in bestimmten Lebensräumen und unter sich verändernden klimatischen Bedingungen die Zusammensetzung der heimischen Wälder verändern und die Ansiedlung anderer Arten wie die unserer heimischen Eichen erschweren.“

Baum des Jahres

Den „Baum des Jahres“ – seit 1989 durch die „Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ bestimmt – schenkt die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück jährlich den kreisangehörigen Gemeinden. Durch die Ausrufung des „Baumes des Jahres“ soll ein besonderes Interesse an der jeweiligen Baumart und gleichzeitig an Bäumen und den Belangen des Natur- und Umweltschutzes generell geweckt und gefördert werden.