Die Suche nach dem inneren Kind

Vierte Klassen der St. Bernhard-Schule brachten fantasievolles Musical auf die Bühne

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Darius Deibel ist durch und durch erwachsen: ordentlich, streng, diszipliniert. In diesem Sinn drillt er auch seine beiden Kinder – und scheint völlig vergessen zu haben, wie es ist, Kind zu sein. Erst ein aufregendes Abenteuer im Launeland erinnert ihn wieder daran. Wie Darius seine Kindheit und damit letztlich auch seine Familie zurückgewinnt, das erzählt das Musical „Der Sand der Kinderzeit“. Dieses präsentierten die vierten Klassen der St. Bernhard-Schule Rulle Mitte Juni ihren Mitschülern und Gästen bei mehreren Aufführungen.

Längst ist es in Rulle gute Tradition, dass die Viertklässler zum Abschied von der Grundschulzeit ein Musical einstudieren und inszenieren. Unter Federführung von Petra Lanwert-Landscheidt, die für Texte, Regie und Kostüme verantwortlich war, gelang das auch diesmal zur Freude des Publikums sehr erfolgreich.

„Der Sand der Kinderzeit“ beginnt mit dem Konflikt zwischen dem strengen Vater und Ehemann Darius Deibel (Jan-Luca Mundt) mit seiner Frau (Jessica Schnall) und seinen Kindern (Philipp Anacker und Hannah Krenzel). Die Familie fragt sich, ob der strenge Vater überhaupt jemals Kind war.

Dass Darius sehr wohl einmal ein Kind war (dargestellt von Tillmann Buestrich), dass er sogar der Beste im Kirschkernweitspucken und bei anderen Streichen und damit der Herrscher vom Launeland war, das ahnt niemand. Und auch er selbst hat jede Erinnerung daran verloren, ebenso wie Amanda Alvari (Anne Sonnenburg/Marina Sonnenburg), seine beste Freundin von damals. Denn aus Darius' Lebenssanduhr, die dedr Sandmann Quarz (Moritz Fischer) hütet, ist der Sand der Kinderzeit von seinem Rivalen Morelli (Sarah Thöle) und dessen Piraten gestohlen worden.

Deshalb schreiten der Rat der Tränen und Sir Horatius Happy (Laura Hövelkmap) ein, die von Achy, der Fliege (Carolin Schmidt) und Api, der Biene (Jasmin Haberlach) informiert werden. Gemeinsam holen sie die Familie Deibel ins Launeland zurück und sorgen dafür, dass aus dem strengen Vater wieder ein liebevoller Papa wird, der auch mal Kind(lich) sein kann.

Erzählt wird diese fantasievolle Geschichte natürlich, wie es sich für ein Musical gehört, untermalt von vielen fröhlichen oder sehnsuchtsvollen Liedern. Diese schrieben einmal mehr Professor Michael Schmoll und Martin Krause und studierten sie gemeinsam mit dem Orchester und dem Schulchor unter Leitung von Ina Arnold ein. Komplettiert wurde die Aufführung durch die aufwändigen Kostüme und ein ebenso liebevoll wie detailreich gestaltetes Bühnenbild.

So sorgte das gesamte Ensemble mit einer beachtlichen Gemeinschaftsleistung dafür, dass das Publikum genau das entdeckte und genoss, was auch Darius Deibel in der Geschichte zu guter Letzt doch wiederfindet das Kind in sich.