Dialog zu einem großen Vorhaben

Auftaktveranstaltung zur Sanierung der Großen Straße

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Große Vorhaben sollten alle Beteiligten gemeinsam umsetzen. Deshalb, so Wallenhorsts Bürgermeister Ulrich Belde bei der Auftaktveranstaltung am Mittwoch (4. Mai), wolle die Gemeinde die Sanierung der Großen Straße im Dialog mit Kaufmannschaft, Anwohnern und Grundstückseigentümern gestalten.

Zu diesem Zweck hatte die Wallenhorster Hanse e.V. und die Gemeinde diese Gruppen in den Gasthof Zur Post eingeladen. Mit dabei waren außerdem Jens Markendorf und Birgit Schulze Roberg von der BauBeCon Sanierungsträger GmbH, Landschaftsarchitekt Felix Holzapfel-Herziger, Verkehrsplaner Hans Tovar vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Osnabrück und Melanie Schulze Vowinkel vom Landschaftsarchitekturbüro frei[RAUM]planung aus Münster/Bissendorf.

Der Umbau der Großen Straße wird als Teil der Sanierung des Wallenhorster Zentrums umgesetzt. 2008 war diese in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen worden. Damit kann die Gemeinde bis zum voraussichtlichen Abschluss der Sanierungsmaßnahme 2016 Fördergelder von Bund und Land zur Stärkung des Ortskerns erhalten. Gefördert werden können sowohl öffentliche als auch private Maßnahmen. Insgesamt stehen sechs Millionen Euro zur Verfügung, von den Bund, Land und Gemeinde je ein Drittel tragen.

Als erste öffentliche Maßnahme läuft die Neugestaltung des Kirchplatzes und des Alten Pyer Kirchwegs bereits auf Hochtouren. Die Große Straße soll nun folgen.

„Es geht um einen Abschnitt von 1,1 Kilometer“, betonte Jens Markendorf von der BauBeCon, „das ist eine große Maßnahme, die Vorlaufzeit erfordert.“ Nach seiner Einschätzung könnten die Bauarbeiten Anfang 2012 starten und bis 2014 dauern. Ein zu gründender Arbeitskreis aus Politik, Verwaltung, der Wallenhorster Hanse e.V. sowie von Bürgerinnen und Bürgern solle die Maßnahme begleiten, um den Dialog aller Beteiligten sicherzustellen.

Für die Gewerbetreibenden, so unterstrich Marlene Posnin von der Hanse, sei die Große Straße sozusagen die Lebensader. Man halte die Parkplatzsituation, die Außengestaltung und Barrierefreiheit für zentrale Themen und sei zuversichtlich, diese im Interesse der Zukunft des Handels gestalten zu können.

Als Ideengrundlage erklärte Felix Holzapfel-Herziger das Konzept, mit dem frei[RAUM]planung seinerzeit den Wettbewerb zur Sanierung gewonnen hatte. Vorstellbar sei beispielsweise eine Verkleinerung der Fahrbahn von 7,5 Meter auf 6,5 Meter, um auf den Bürgersteigen Platz zum Flanieren zu bieten.

Mehrere Anwohner und Grundstückseigentümer stellten eine mögliche Verkehrsberuhigung und auf sie zu kommende Kosten als wichtige Themen heraus. Markendorf betonte, dass es in einem Sanierungsgebiet keine Anliegerbeiträge, sondern Ausgleichszahlungen geben werde, die die von einem Ausschuss ermittelte Wertsteigerung der Grundstücke abdecken.

Im Anschluss an die Versammlung erklärten sich einige Bürgerinnen und Bürger zur Mitarbeit im Arbeitskreis bereit. Formell gebildet wird dieser später, da auch noch Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie von der Hanse benannt werden müssen.