Das Zentrum als zentrales Thema

Bürgerforum Wallenhorst mit 40 Gästen

Mitteilung von

Im Gasthof „Zur Post“ drehte sich am Mittwoch (11. Mai) alles rund ums Zentrum. Die „Neue Mitte“, das Bauvorhaben auf dem Töwerlandgelände und Bauen in zweiter Reihe waren die zentralen Themen des Bürgerforums im Ortsteil Wallenhorst.

Eingangs berichtete Bürgermeister Otto Steinkamp wie bereits in den vorangegangenen Bürgerforen in Hollage und Lechtingen über den aktuellen Stand zur Flüchtlingssituation. Er könne sich hier nur ausdrücklich an die Wallenhorster wenden und sich für die gezeigte Willkommenskultur bedanken, lobte er das Engagement der Bürgerinnen und Bürger.

Des Weiteren wies er auf die bundesweite Aktion „Stadtradeln“ hin, an der sich die Gemeinde Wallenhorst im September beteiligen werde. Es gehe darum, dass die Wallenhorster möglichst viele Kilometer per Rad – und somit CO2-frei – unterwegs seien. Angesprochen seien auch die Kommunalparlamente. Der Aktionszeitraum überschneide sich teilweise mit dem Wahlkampf, stellte Steinkamp fest und motivierte die Ratsmitglieder: „Da radelt es sich doch besonders gut.“

Danach schwenkte Steinkamp über zum Projekt „Neue Mitte Wallenhorst“, das tags zuvor in der Ratssitzung öffentlich vorgestellt worden war. Rückblickend erläuterte er, dass man seit 18 Jahren versuche, eine Zentrumsplanung herbeizuführen. Er sei nun seit 18 Monaten dabei und habe zwischenzeitlich von der „Wahlkampfperspektive“ in die „Schreibtischperspektive“ gewechselt. Nach intensiven Beratungen durch einen Fachanwalt sei das gescheiterte Arkaden-Center-Konzept nun – begleitet durch die Politik – geändert worden. Entstanden sei eine Mischung aus Einzelhandel und Wohnen. In dem mit roten Satteldächern versehenen Gebäudekomplex („die Flachdachoptik ist weg“) seien 12 bis 18 Wohneinheiten vorgesehen, erläuterte Steinkamp. Im gewerblichen genutzten Teil würden unter anderem der REWE-Markt, Lidl, ein Drogeriemarkt sowie Schuh- und Bekleidungsgeschäfte einziehen.

„Das Projekt ist leider politisch nicht gemeinsam auf den Weg gebracht worden – das finde ich schade“, so der Bürgermeister. Er kündigte an, dass in den kommenden Wochen Bürgerdialoge zum Thema stattfinden und die Wallenhorster umfassend über das Projekt „Neue Mitte“ informiert würden. Parallel zur Kommunalwahl am Sonntag (11. September) könnten die Bürgerinnen und Bürger dann in einer Bürgerbefragung dem Projekt zustimmen bzw. es ablehnen. Der Rat habe signalisiert, sich danach an das Votum der – formal unverbindlichen – Bürgerbefragung zu halten. „Als Bürgermeister glaube ich, dass das der richtige Weg ist. Dafür stehe ich auch“, so Steinkamp. „Jeder, der Sorge oder Ängste dazu hat, kann mich gerne ansprechen.“

Zur Bebauung auf dem Töwerlandgelände berichtete Steinkamp, dass das Bebauungsplanverfahren kurz vor dem Abschluss stehe und er davon ausgehe, dass der Bauantrag im Sommer oder Herbst gestellt würde. Auf die Frage, wie die Wohnungen dort vergeben würden, erläuterte er, dass die Vermarktung über den Investor erfolge. Die Gemeindeverwaltung würde aber auch eine Interessentenliste führen, in die man sich eintragen lassen könne.

Die Anfrage, ob man Bauen in zweiter Reihe beschleunigen könne, wenn ein konkreter Wunsch bestehe und auch betroffene Nachbarn mit der Planung einverstanden seien, beantwortete Claudia Broxtermann, Leiterin des Fachbereichs Planen Bauen Umwelt. Das Thema treffe die Verwaltung fast täglich, doch oftmals sei kein entsprechender Bebauungsplan vorhanden. Man sei mit dem Landkreis jedoch im Gespräch, um im Einzelfall eine positive Entscheidung herbeiführen zu können, erläuterte sie. Interessenten mit einem konkreten Bauwunsch sollten sie und ihr Team daher bitte direkt ansprechen.