Bewegtes und bewegendes Land

Ausstellung über 150 Jahre Italien im Rathaus / Generalkonsul besucht Präsentation

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Das Italien jenseits der Klischees von Dolce vita, Spaghetti und Mafia lernten die Besucher der Ausstellung „Italien in Bewegung“ kennen, die von Dienstag (22. November) bis Mittwoch (30. November) im Wallenhorster Rathaus zu sehen war. Am Montag (28. November) besichtigte im Rahmen einer Präsentation der italienische Generalkonsul aus Hannover, Gianpaolo Ceprini, die Exponate.
Wallenhorsts Bürgermeister Ulrich Belde begrüßte ihn ebenso wie den stellvertretenden Landrat Frank Hünefeld und knapp 30 weitere Interessierte im Foyer des Rathauses. Er verwies dabei auf die Partnerschaft zwischen Wallenhorst und Priverno in der italienischen Provinz Latina. Sie habe stets auf die Unterstützung des Generalkonsuls und des Com.It.Es. (Komitee der Italiener im Ausland) Hannover zählen können. Wallenhorst arbeite durch diese Partnerschaft mit an der gemeinsamen Entwicklung Europas, und dazu solle auch die Ausstellung einen Beitrag leisten.

Einen historischen Blick warf Generalkonsul Ceprini auf die italienische Staatsgründung. Er betonte, aus dem Gedenken an die italienische Einigung könne man Zuversicht und Wertschätzung schöpfen: „Wertschätzung für all das, was im Laufe der bewegten Geschichte unseres Landes aufgebaut wurde, und Zuversicht für die Art, wie immer wieder schwierige und dramatische Momente überwunden werden konnten.“ Diese Einheit des Willens müsse Italien auch heute in die Lage versetzen, den aktuellen Schwierigkeiten entgegenzutreten, „um den jüngeren Generationen eine lebenswerte Zukunft in einem in Europa integrierten Italien zu sichern.“ In diesem Sinne sei auch die Partnerschaft zwischen Wallenhorst und Priverno von wahrem europäischen Geist geprägt.

Erarbeitet haben die Wanderausstellung „Italien in Bewegung“ Studierende der Universität Jena in Zusammenarbeit mit Com.It.Es. anlässlich des 150. Jubiläums der italienischen Staatsgründung. Projektleiterin Luisa Conti nutzte die Präsentation, um den Gästen Inhalte und Anliegen der Ausstellung nahe zu bringen. Diese gliedere sich in die Bereiche Politik, Wirtschaft, Alltag und Migration, wobei die Migration das Hauptthema sei.

Migrationsprozesse hätten die italienische Landesgeschichte bestimmt. Auch nach Deutschland seien viele Italiener im vergangenen halben Jahrhundert eingewandert. Dies habe alle Beteiligten inspiriert, denn Migration sei vor allem eine Bereicherung.

Dass auch Italien von vielen Völkern geprägt worden sei, zeige beispielhaft Privernos Architektur. Dort seien Mauerreste aus der Römer-Zeit ebenso zu finden wie eine gotische Kirche und moderne Gebäude. „In einer Stadt kann man so viele verschiedene Italien erleben“, verdeutlichte Conti.

Ausführlich erläuterte sie die Phasen der italienischen Geschichte seit 1861, die die Ausstellung durch Artikel erklärt und durch Symbole veranschaulicht. Dabei stellte die Wissenschaftlerin heraus, dass die deutsche und italienische Geschichte durchaus Parallelen aufweisen. So habe es in beiden Ländern eine Entwicklung hin zur Konsumgesellschaft ebenso gegeben wie eine 68-er-Bewegung.

Zurzeit vollziehe sich in Italien wieder ein Wandel, die Politik werde von Fachleuten statt von Politikern gestaltet. „Was in Zukunft passieren wird, kann noch niemand sagen“, räumte Luisa Conti ein. Zugleich animierte sie die Besucher, ihre Gedanken und Wünsche zu Italiens Zukunft zu formulieren und auf kleinen Zetteln in die Ausstellung einzubringen.