Ausdruckstänzer wider Willen und ausgebremste Panzerfahrer

Maybebop begeistern Publikum in Wallenhorst mit einzigartiger A-cappella-Show

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Dass bei Maybebop alles möglich und vieles drin ist, sagt schon der Bandname: Maybe (englisch für „vielleicht“) singt das A-cappella-Quartett im Bebop-Stil, maybe aber auch nicht. Und genau in diesem Sinne präsentierten Maybebop am Freitag (13. April) in der Gymnastikhalle in Wallenhorst eine starke klangliche und stilistische Vielfalt, vor allem aber jede Menge Spaß. Mit ihrem aktuellen Programm „Extrem nah dran“ begeisterten die vier Sänger die rund 550 Gäste bis hin zu Füßetrampeln und stehenden Ovationen.

Sebastian Schröder, Jan Bürger, Lukas Teske und Oliver Gies präsentierten überwiegend eigene Songs in einer perfekt geplanten Show, die dennoch leicht und locker daher kam. Der Hörgenuss der musikalisch sauber und professionell intonierten Lieder verband sich mit Gestik, Mimik und Spaßfaktor zu einem unterhaltsamen Ganzen.

Die Glanzstücke im Programm reihten sich nahtlos aneinander, eins wie das andere Beleg für professionelle Musikalität und charmanten Witz der Sänger. Jan Bürger etwa bewies sich in der Kunst der „Fungenverrenkung“, was ihm selbst „Fpaniff“ vorkam und womit er dennoch gerade „Frauen in den Fffünzigern“ betört. Mit dem freimütig gebrüllten Bekenntnis „Ich wollt' Panzerfahrn“ enthüllte Oliver Gies seine innersten Abgründe. Nicht nur mit seiner markigen Bassstimme – die in „Der König von Thule“ voll zur Geltung kam –, sondern auch als bedauernswerter Grimassenschneider, den seine Kollegen immer wieder scheinbar zurückpfeifen, brillierte Sebastian Schröder.

Alle vier gemeinsam veranstalteten mit zwei Gästen ein musikalisches Quiz inklusive Buzzer und Trommelwirbel. Und mit einem Medley beziehungsweise in der Zugabe traten sie den Beweis an, dass sich sogar Songs von Nirwana oder Rammstein a cappella umsetzen lassen.

Dass sie zwischendurch nachdenkliche Töne – etwa in „Das Leben wischt dir den Arsch nicht ab“ oder „Warum gibt’s das?“ – anschlugen, störte die gute Laune nicht, sondern rundete ab. Und dann ging es ja auch schon wieder mit dem „Vogellied“ und dem traurigen Schicksal einer Nachtigall weiter, die so gern ein Straußenbaby aufziehen wollte.

Höhepunkt des Abends waren zweifellos die Improvisationen – mit gutem Grund ein Markenzeichen von Maybebop. Jeweils fünf Stichworte aus dem Publikum, das sich dazu noch einen Musikstil aussuchen durfte: Mehr brauchte das Quartett nicht, um – insbesondere dank Extrem-Schnell-Texter Oliver Gies – innerhalb von Minuten zwei viel umjubelte neue Songs auf die Bühne zu bringen.

So wurde zum Beispiel aus den Stichworten „Arjen Robben“, „Käsebrot“, „Abi 2012“, „Toilette“ und „Ausdruckstanz“ ein Heavy-Metal-Stück über einen bemitleidenswerten Fußballstar, der sich auf einer Abifete ausdruckstanzend zum Narren macht und dafür nicht mal mit einem Schnittchen belohnt wird. „Alle mobben den Arjen Robben“ avancierte auf diese Weise zum Ohrwurm des Abends, Headbanging inklusive.

Mit dem Bebop-Butzemann und dem Sandmann verabschiedeten sich Maybebop von einem durchweg begeisterten Publikum, nicht ohne die Ankündigung, im September 2013 erneut auf Einladung der Gemeinde Wallenhorst aufzutreten. Ob Arjen Robben bis dahin immer noch Fußball spielt oder sich doch eher professionell dem Ausdruckstanz widmet, ist nicht sicher. Sicher aber ist, dass Maybebop in Wallenhorst auch dann wieder willkommen sein werden.