Auf guten und schlechten Wegen

Verkehrspolitische Radtour mit dem ADFC

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Oft werden verkehrspolitische Radtouren durchgeführt, um für Radfahrende ungünstige Verkehrssituationen vor Ort genauer unter die Lupe zu nehmen. Nun aber stand in Wallenhorst eine solche an, bei der auch Ziele angefahren wurden, wo sich in den letzten Jahren viel für den Radverkehr getan hat. So zum Beispiel die neue Fahrradstraße in der Maria-Montessori-Straße, der neue Radweg entlang der Osnabrücker Straße oder die intelligente Beleuchtung in der Uhlandstraße.

Etwa 30 Teilnehmende versammelten sich am Treffpunkt am Rathaus, wo Bürgermeister Otto Steinkamp und Marlene Posnin vom ADFC einen kurzen Überblick gaben, welche Straßen und Kreuzungen in den nächsten zwei Stunden angefahren werden. Die circa 17 Kilometer lange Tour führte dabei zunächst nach Lechtingen, von dort aus Richtung Stichkanal und über Hollage wieder zurück zum Rathaus.

Der erste Halt wurde an der Maria-Montessori-Straße gemacht, die erst vor wenigen Monaten zur Fahrradstraße umgebaut wurde und wo nun sofort der rote Asphalt ins Auge fällt. Klimaschutzmanager Stefan Brune gab einen Überblick, was hier außerdem umgesetzt wurde: „Die Parkbuchten wurden neu geordnet, sodass diese jetzt eine ausreichend große Sicherheitszone zur Fahrbahn besitzen, um Dooring-Unfälle zu vermeiden. Außerdem gilt nicht mehr rechts vor links an den einmündenden Straßen, sondern die Fahrradstraße besitzt Vorfahrt. Das Halten und Parken auf der Fahrbahn wurde untersagt und zahlreiche Piktogramme machen die Verkehrsteilnehmenden darauf aufmerksam, dass sie sich hier auf einer Fahrradstraße befinden.“ Zudem gab Brune einen Überblick über die erneuerten Radabstellanlagen an den Schulen. Diese wurden in den letzten Jahren sukzessive mit Überdachungen und festen Bügeln ausgestattet, damit die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte ihre Fahrräder wetterfest und sicher abstellen können.

Die weitere Fahrt führte zum neuen Radweg an der Osnabrücker Straße. Von dort aus ging es über den sanierten Radweg am Fürstenauer Weg zum Stichkanal. Hier diskutierten die Teilnehmenden über den Stand der Planung für den radverkehrstauglichen Ausbau des Betriebswegs, der auf seiner gesamten Länge auf der westlichen Seite vom Beginn am Mittellandkanal in Bramsche bis zur Römereschstraße in Osnabrück asphaltiert werden soll. Wann die Umsetzung beginnen wird, steht aber noch nicht fest.

Auch kritische Stellen für den Radverkehr wurden immer wieder angesprochen. Der Radweg an der Hansastraße war dabei ein Dauerthema. Nicht nur der Radweg, sondern auch die Fahrbahn und die Leitungen und Kanäle unter der Fahrbahn sind stark sanierungsbedürftig. „Deshalb macht es keinen Sinn, den Radweg dort isoliert zu betrachten“, ordnete Brune ein.

Über die Fahrradstraße am Dörnter Weg ging es Richtung Rathaus zurück. Zuvor wurde noch ein Halt am Radweg an der Uhlandstraße gemacht. Der Bau des Radwegs war die erste umgesetzte Maßnahme aus dem 2019 erstellten Radverkehrskonzept der Gemeinde Wallenhorst. Hier steht auch die erste und bislang einzige adaptive Beleuchtung eines Radwegs in Wallenhorst. Eine solche Beleuchtung arbeitet mit einem Bewegungsmelder und geht nur an, wenn der Radweg auch wirklich genutzt wird. „Da der Radweg ein gutes Stück durch den Wald führt, ist eine solche Beleuchtung sehr sinnvoll, um auch die Lichtverschmutzung in diesem sensiblen Bereich zu minimieren“, zeigte Brune die Motivation auf, warum die Gemeinde hier diese Beleuchtungsart gewählt hat.

Zurück am Rathaus angekommen, bedankte sich Bürgermeister Steinkamp bei allen Teilnehmenden und hob noch einmal die Herausforderungen für die Kommune hervor. „Die Gemeinde Wallenhorst hat in den letzten Jahren bereits viel bei der Förderung des Radverkehrs erreicht. Natürlich geht an der ein oder anderen Stelle immer noch mehr. Aber man muss vor dem Hintergrund der Haushaltsdiskussionen und der Förderlandschaften auch immer genau abwägen, welche Maßnahme man wann anschiebt.“

Posnin warb zum Abschluss noch für die Teilnahme am ADFC-Fahrradklimatest 2026. Jeder könne bei diesem online unter fahrradklima-test.adfc.de mitmachen und bewerten, wie fahrradfreundlich Wallenhorst ist. „Wir freuen uns, wenn Sie an der Befragung teilnehmen und der Gemeinde somit ein Feedback geben, was hier in Wallenhorst mit dem Fahrrad gut funktioniert und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt“, so Posnin. Wallenhorst benötige mindestens 50 Teilnehmende, damit das Ergebnis in die Wertung aufgenommen werde.