Als der Düvel den Erdfall schuf

Naturkundlicher Schnatgang führte um den Ruller Loh

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Zum ersten Schnatgang des Jahres 2012 hatte Wallenhorsts Umweltbeauftragter Udo Stangier am Sonntag (6. Mai) nach Rulle-Ost eingeladen. Knapp 50 Naturinteressierte aus Belm, Osnabrück und Wallenhorst traten vom Ruller Loh aus unter der fachkundigen Leitung von Stangier und von Prof. Dr. Konrad Arndt den naturgeschichtlichen Gang an.
Auf der sechs Kilometer langen Wanderung informierte Prof. Arndt vor allem über Botanik und Bodenkunde. Er erklärte in den Buchenwäldern die Zeigerpflanzen für saure oder basische Böden wie das Schöne Widertonmoos, den Waldmeister und das Einblütige Perlgras sowie Frauen-, Wurm- und Dornfarn. Entlang eines „lehrbuchmäßig ausgeprägten Waldsaumes“ zeigten die beiden Exkursionsleiter unter anderem eine seltene Feldulme.

Insgesamt vier Naturdenkmale gab es unterwegs zu erkunden, darunter die Wittekindsquelle und das Icker Loch. Udo Stangier berichtete, dass das Icker Loch vor fast genau 230 Jahren am 22. April 1782 entstand und sich nach Augenzeugenberichten mit „heftigem Sausen gleich einem Wirbelwinde und starkem Hagelwetter unter der Erde“ ankündigte. Bereits im Jahre 1411 habe es dort einen Erdfall gegeben, die „Icker Kuhle“, und 1564 einen zweiten, den „Unergründlichen Kolk“, dieser sogar mit schwimmender Insel samt Bäumen. Mitwanderer Heinrich Schawe, in Wallenhorst wohlbekannt, berichtete von den Ausführungen seiner Lehrerin, die damals den Kindern noch vom „Düvel“ als Verursacher für das Icker Loch erzählt hatte.
Weitere geologische Naturdenkmale wie die Wittekindsquelle und den Steinbruch im „Roten Buntsandstein“, der zur Farbherstellung genutzt wurde, lagen am Weg. Zwischendurch wies Stangier außerdem auf einige Vogelstimmen hin, so auf das „Gegrüßest seist Du, Maria“ des Buchfinks und auf das zweisilbige „zilp-zalp“ des gleichnamigen Sängers. Leider mussten die Wanderer auch einige Negativerscheinungen – wie Eternit-Platten und Grünabfälle in Hohlwegen – zur Kenntnis nehmen.
Zum Ende hin zeigte Prof. Arndt am Ruller Loh noch eine botanische Köstlichkeit, den Bärlauch. Ebenso interessant war der nur maximal sechs Wochen erscheinende Schuppenwurz, ein „Vollschmarotzer“ ohne eigenes Blattgrün. Den Applaus, den die Teilnehmer zum Ende spendeten, interpretierten Arndt und Stangier als Aufforderung, weitere Schnatgänge zu organisieren.