Alexanderschule bietet Jugendlichen Knigge-Kurs an

Bürgermeister zum zehnten Jubiläum in der Jury

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Während die Schülerinnen und Schüler der Wallenhorster Alexanderschule am Montag (15. Oktober) bereits wieder in den Klassenräumen lernen, treffen sich Schulleiter Arne Willms, Lehrerin Bettina Bunkenburg und Schulsozialarbeiterin Birte Loddeke auf eine Tasse Kaffee in der „Alten Küsterei“ mit Bürgermeister Otto Steinkamp. Besser kann man nach den Herbstferien kaum in den Alltag starten. Doch der Ort ist nicht zufällig gewählt. Im Restaurant von Christa und Norbert Stubenreich findet im November der Abschluss des Knigge-Kurses statt, den die Schule im Rahmen einer Berufsorientierungswoche anbietet.

Ein Drei-Gänge-Menü mit begleitenden Getränken wird das Team der „Alten Küsterei“ den 14 teilnehmenden Mädchen und Jungen servieren – kostenlos. Für Christa Stubenreich eine Herzensangelegenheit: „Das ist für uns selbstverständlich“, sagt sie und betont wie dankbar die Jugendlichen jeweils seien. Die Schülerinnen und Schüler werden dann zeigen, welche gesellschaftlichen „Spielregeln“ und Umgangsformen sie im vorangegangenen „Knigge-Kurs“ gelernt haben. Und zwar unter den Augen einer strengen Jury. Ihr gehören Vertreter der Schule, des Schulelternrats, der Bürgerstiftung, der Wirtschaft und der Gemeinde Wallenhorst als Schulträgerin an.

Zum zehnjährigen Jubiläum des Projektes wird Bürgermeister Otto Steinkamp zum Kreis der Juroren zählen. Die Aufgabe übernimmt er gern. „Für Menschen, die Auszubildende einstellen, sind es die entscheidenden Momente, wie sich die Bewerber selbst präsentieren“, blickt er auf den nächsten Lebensabschnitt der Jugendlichen. „Kleinigkeiten können beim Vorstellungsgespräch der entscheidende Faktor sein.“

Das Konzept, aus dem Knigge-Kurs eine Art Wettbewerb zu machen, hat Birte Loddeke vor zehn Jahren mit Etikette-Trainerin Tanja Pfad entwickelt. „Was können wir den Schülern für den Beruf, aber auch fürs Leben an die Hand geben“ sei damals die Frage gewesen, sagt die Sozialpädagogin. Eine Kollegin habe daraufhin Knigge ins Spiel gebracht. „Um es für die Jugendlichen interessant zu machen, haben wir es dann wettbewerbsmäßig aufgebaut.“

Zu Beginn wurde das Projekt noch vom Landkreis Osnabrück gefördert und mit externer Begleitung, beispielsweise durch Tanzweltmeister Michael Hull, umgesetzt. „Inzwischen machen wir das in Eigenregie“, erklärt Bettina Bunkenburg, „so können wir es sogar noch besser auf unsere Schüler zuschneiden.“

Selbst nutzen die beiden Projektleiterinnen dazu auch Fortbildungen, denn die Knigge-Regeln gehen auch mit der Zeit. „Knigge ist immer modern“, sagt Loddeke. Es würde sich zwar nicht allzu viel ändern, neu sei jedoch seit einiger Zeit, dass man zum Beispiel im Berufsleben seine Gesprächspartner ausschließlich in der Reihenfolge der Rangordnung begrüße – Geschlecht oder Alter spielten hierbei keine Rolle mehr. Viele Dinge würden auch lockerer gesehen, ergänzt Bunkenburg. „Es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Man muss ein Feingefühl entwickeln.“ Das geht auch Bürgermeister Otto Steinkamp so, wie er sagt. Für ihn sei etwa vor jedem Termin die Frage: Krawatte – ja oder nein. „Grundsätzlich finde ich sie nicht mehr so wichtig“, verrät er seine Vorliebe für einen legeren Kleidungsstil. Bei manchen Terminen führe aber kein Weg daran vorbei.