Erneuerbare Energien zum Anfassen

Ein Besuch bei der Experimentier-AG der Sankt Bernhard Schule

Es funktioniert: Mit der Kraft der Sonne wird der kleine Elektromotor betrieben. Der Propeller dreht sich.
Es funktioniert: Mit der Kraft der Sonne wird der kleine Elektromotor betrieben. Der Propeller dreht sich.

Im September letzten Jahres ist das Klimaschutzprojekt an den Wallenhorster Schulen und Kindergärten gestartet. Ziel ist es, den Schülerrinnen und Schülern, aber auch allen beteiligten Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern die Bedeutung des Klimawandels näher zu bringen und aufzuzeigen, wie jeder einzelne etwas zum Klimaschutz beitragen kann. Auf spielerische Weise soll dabei das Energiebewusstsein und das umweltverträgliche Handeln im Rahmen von verschiedenen Aktionen gefördert werden. In der Experimentier-AG der Sankt Bernhard Schule, die von Silke Schrempel geleitet wird, stand nun das Thema Stromgewinnung durch Sonnenkraft auf dem Stundenplan. Mit dabei waren Anne-Marie Kruse vom Bielefelder Energiebüro e&u, welches das Klimaschutzprojekt über vier Jahre lang begleitet, und Klimaschutzmanager Stefan Sprenger.

„Wir machen heute etwas mit Strom“ beginnt Kruse die Experimentier-AG. „Wir wollen mit Hilfe der Sonne Energie erzeugen.“ Die Schülerinnen und Schüler, welche aus den dritten und vierten Klassen stammen, hören ihr aufmerksam zu. Bei der ersten Frage, wo überhaupt der Strom herkommt, weiß Nico sofort Bescheid: „Aus Solarzellen“ so seine Antwort. „Windräder“ zeigt Marlene eine weitere Möglichkeit auf. „Wasserkraftwerke“ ergänzt Nico. Dann fallen den Kindern keine weiteren Erzeugungsmöglichkeiten mehr ein. Erstaunlich, denn der meiste Strom wird derzeit in Deutschland immer noch durch konventionelle Kraftwerke erzeugt. Erst als Kruse einige Tipps gibt, kommen sie auch auf Kohle- und Atomstrom. Dies nimmt Kruse als Anlass kurz zu erklären, wie in einem Kohlekraftwerk aus Kohle Energie erzeugt wird und warum dies so schädlich für unser Klima ist.

Dann führt Kruse zusammen mit den Schülerinnen und Schülern ein Experiment durch. Dazu wird Essigessenz in eine Wasserflasche gefüllt und Backpulver in einen Luftballon gegeben. Der Luftballon wird anschließend über die Wasserflasche gestülpt, so dass das Backpulver in die Essigessenz fällt. „Der Essig ist ganz weiß geworden und sprudelt“ fällt Philipp auf. Ganz genau, denn das Backpulver reagiert dabei mit der Essigessenz und der Ballon fängt an, sich aufzublasen. Kruse erklärt, dass beim Zusammenschütten CO2 entsteht und dieses den Luftballon aufbläst. CO2, das haben einige der Schülerinnen und Schüler bereits gehört und wissen sogar, welche Auswirkungen das Gas auf die Umwelt haben kann. „Der Nordpol schmilzt und die Eisbären sind dann in Gefahr“ lautet eine der Antworten.

Um das Entstehen von CO2 bei der Stromproduktion zu vermeiden, können unter anderem Solarzellen eingesetzt werden. Praktischerweise hat Kruse davon einen ganzen Satz dabei. Damit diese auch getestet werden können, geht es nach draußen. Neben den Solarmodulen erhält jede Schülerin und jeder Schüler einen Generator, einen Propeller und ein Kabel zum Verbinden. Richtig angeschlossen wird der Propeller mit Hilfe der gewonnenen Energie aus dem Solarmodul angetrieben. „Meiner dreht sich“ freut sich Nico. „Meiner hebt gleich ab“ ist Jannik ganz stolz. Zieht allerdings eine Wolke vor die Sonne, können die Kinder beobachten, dass der Propeller gleich langsamer wird. „Ein großes Lob an alle Schülerinnen und Schüler. Sie wissen echt schon viel und waren die ganze Zeit begeistert dabei“ fassen Schrempel und Sprenger die gelungene Stunde zusammen.