Dienstag, 21.05.2019

Führungskräfte müssen Veränderungsbereitschaft vorleben

Wirtschaftstalk zu Personalführung

„Mit dem Thema ‚Führen in Zeiten des schnellen Wandels‘ greifen wir ein für Führungskräfte spannendes Thema auf“, erklärte Bürgermeister Otto Steinkamp in seiner Begrüßung zum 22. Wirtschaftstalk am Donnerstag (16. Mai) im Wallenhorster Rathaus und weckte damit die Neugier der gut 40 Gäste. Vertiefend unterstrich Unternehmensberaterin Uta Schrader als Moderatorin: „Führungskräfte müssen beweglich sein, denn die Rahmenbedingungen ändern sich, indem sie komplexer und schneller werden. Daher ist es notwendig, dass Führungskräfte im Innern stabil sind.“

„Coaching ist kein Produkt von der Stange, es muss individuell, flexibel und interaktiv gestaltet werden“, verdeutlichte Referent Dr. Christopher Rauen. Coaching sei nach seiner Auffassung eher ein Sparring wie beim Boxen, um sich durch Selbsterfahrung auf Komplexität vorzubereiten. Kein Mensch könne alles Wissen, das sich mittlerweile etwa alle 73 Tage verdopple, verarbeiten. Aber er könne sich täglich fragen, wie er besser werden könne. Ziel eines Coaching sei daher nicht, schlechte Führungskräfte zu verbessern, sondern vielmehr die Frage, wie – auch gute – Führungskräfte noch besser im Führen von Beschäftigten werden könnten. Führen bedeute Multiplikator in beide Richtungen zu sein, für Gutes wie Negatives. Durch Vorleben gelinge Führen richtig, erklärte Rauen, der nicht nur als Coach arbeitet, sondern mit seinem Unternehmen auch Coaches ausbildet. Auf diese Komplexität vorbereitet zu werden sei durch Coaching möglich, sonst seien Führungskräfte in Prozessen verloren.

Diplompsychologe Manfred Glüsenkamp arbeitet ebenfalls als Coach für Unternehmen. Er verdeutlichte: „Führungskräfte müssen Veränderungsbereitschaft vorleben.“ Veränderungsbereitschaft müsse erlernt werden durch das Aufzeigen von Verhaltensmustern, die geändert werden müssten. Veränderungen annehmen zu können, bedeute, mutig Themen zu erlernen und notwendige Automatismen aufzubauen. Aus dem Profisport könne beispielsweise auf Führungskräfte übertragen werden, dass Spieler bereit sein müssten, einen Pass zu spielen und nicht das Sicherheitsspiel den größten Erfolgt bringe, so der Sportpsychologe des VfL Osnabrück. Die Mannschaft stehe im Vordergrund, nicht die Führungskraft. In Unternehmen müsse bereichsübergreifend kooperiert und gedacht werden, denn die Leistung des Teams sei entscheidend. Führungskräfte könnten durch Coaching die Wirkungen für das Team und sich selbst erkennen und Bereitschaft zu eigener Veränderung mitbringen.