Donnerstag, 14.06.2018

„Ein tolles Projekt, das unbedingt unterstützt werden muss“

Katharinaschule sucht weitere Schulwegbegleiter für ihr Projekt „Walking Bus“

Christa Reese ist eine von derzeit vier Ehrenamtlichen, die die Katharinaschule bei ihrem Projekt „Walking Bus“ unterstützen möchten. Dabei begleitet sie die Schulkinder in einem Walking Bus – einem laufenden Bus – morgens zu Fuß zur Schule. Das Projekt soll nach den Sommerferien starten. Wie bei einem Linienbus gibt es verschiedene Haltestellen, die zu festgelegten Zeiten angelaufen werden. Es fehlen zwar Räder, Sitze oder ein Motor, dennoch sorgt der Walking Bus dafür, dass die Kinder gemeinsam sicher zur Katharinaschule kommen.

Kinder machen Werbung

„Damit wir nach den Sommerferien mit dem Walking Bus loslegen können, brauchen wir mindestens zehn Helferinnen oder Helfer. Leider fehlen uns noch einige Unterstützer“, erklärt Nadin Kohlbrecher, Lehrerin der Katharinaschule, die derzeitige Situation. Dabei hat sie zusammen mit den Schülerinnen und Schülern ihrer Energie-AG sowie Stefan Sprenger von der Gemeinde Wallenhorst, der als Klimaschutzmanager das Projekt tatkräftig unterstützt, in den letzten Wochen viel Werbung für die Unterstützung gemacht. Trotz mehrerer Presseartikel oder der direkten Ansprache von Eltern und Großeltern auf dem Schulfest haben sich bislang erst vier Schulwegbegleiter gefunden. „Wir hoffen, dass wir bis zu den Sommerferien noch weitere Unterstützer finden“, gibt Sprenger die Hoffnung nicht auf. Auch die Kinder tun alles, damit der Walking Bus starten kann. Sie haben zahlreiche Plakate gebastelt, die in direkter Umgebung bei Banken und Sparkassen, Ärzten und Fitnessstudios verteilt wurden und zur Unterstützung aufrufen.

Spaß und Bewegung statt Elterntaxi

Christa Reese findet das Projekt großartig. Sie wohnt nicht weit entfernt von der Schule und hat schon oft genug mitbekommen, dass sehr viele Eltern ihre Kinder morgens mit dem Auto möglichst dicht ans Schultor bringen. „Frische Luft und ein wenig Bewegung ist für die Kinder morgens doch viel besser. Ich bin früher auch immer zu Fuß zur Schule. Das macht doch Spaß, vor allem, wenn man dann gemeinsam mit seinen Freunden quatschen kann“, erläutert Reese ihre Motivation, den Walking Bus zu unterstützen. „Ein tolles Projekt, das unbedingt unterstützt werden muss.“

Buslinie steht fest

Mittlerweile steht auch die „Buslinie“ fest. Start ist am Wendekreis an der Schöneberger Straße. Über die Berliner Straße und den Hardinghausweg geht’s entlang der Straße Zum Sportplatz zur Katharinaschule. „Damit der Walking Bus viele der Kinder erreicht, haben wir geschaut, wo die jetzigen Erst- bis Drittklässler sowie die kommenden Erstklässler wohnen. Herausgekommen ist die besagte Strecke, die genau einen Kilometer misst“, erläutert Kohlbrecher. Starten wird der Walking Bus um halb acht, damit die Schüler pünktlich zum Schulbeginn um acht Uhr in der Schule sind. Eingesetzt werden soll der Walking Bus nur morgens. „Mittags bzw. nachmittags gibt es keinen einheitlichen Schulschluss, so dass sich hier ein Walking Bus nicht lohnen würde“, klärt Kohlbrecher auf.

Haltestellenschilder von den Stadtwerken

Die Stadtwerke Osnabrück sponsern mehrere Bushaltestellenschilder, damit der Walking Bus einen offiziellen Charakter bekommt. Auch werden die Schulwegbegleiter mit entsprechenden Warnwesten ausgestatten. Jeder, der den Walking Bus als Schulwegbegleiter unterstützen möchte, wird einmal in der Woche an einem festgelegten Tag eingesetzt, so dass der Aufwand in einem überschaubaren Rahmen bleibt. „Wenn man durch Urlaub oder Krankheit verhindert ist, findet sich auch immer eine Lösung“, erklärt Sprenger. Er hat sich vorher ausführlich bei der Grundschule Voxtrup erkundigt, wo es den Walking Bus bereits seit mehr als zehn Jahren gibt – mittlerweile auf fünf verschiedenen Linien mit mehr als 35 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Ehrenamtliche versichert

Christa Reese wollte zunächst auch wissen, ob sie dann die Kinder alleine zur Schule begleitet und ob sie dafür haftet, falls den Kindern dabei etwas passiert. „Nein, selbstverständlich nicht“, beruhigte sie Sprenger. Man ist nicht allein unterwegs. Mindestens zwei Erwachsene – einer vorne, einer hinten – begleiten den Walking Bus. Und als Ehrenamtlicher ist man bei der Ausübung seiner Tätigkeit über die Gemeinde-Unfallversicherung versichert.

Infos und Anmeldung

Wer den Walking Bus als Schulwegbegleiter unterstützen möchte, kann sich ab sofort bei Stefan Sprenger unter Telefon 05407 888-740 oder per E-Mail melden.